Konzerte 2017

 
unser letztes Konzert:

 

Georg Philipp Telemann (1681 - 1767)

zum Gedenken an seinen 250. Todestag

Konzert D-Dur  Vivace - Adagio - Allegro

für Violine, Violoncello, Trompete und Streicher 
 

Deutsches Magnificat - Meine Seele erhebt den Herrn

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Orchestersuite Nr. 3 D-Dur  Ouverture - Air - Gigue

Meine Seel erhebt den Herrn BWV 10    Nr.1 Chorus und Nr. 7 Choral

Magnificat BWV 243

 
 
Mitwirkende Solisten:
Priska Eser, Sopran
Almut Cech, Mezzosopran
Kerstin Rosenfeldt, Alt
Andreas Hirtreiter, Tenor
Thomas Hamberger, Bass
 
Alice Guinet, Barbara Schiöberg, Flöte
Christelle Lecointe, Inga Däubner, Oboe
Christoph Eisert, Andrea Christoph, Konrad Müller, Trompete
Alexander Jung, Pauke
 
Marija Hackl, Violine
Birgit Saßmannshaus, Violoncello
Thomas Laar, Kontrabass
Thomas Pfeiffer, Orgel
 
Bach-Collegium Wasserburg
Wasserburger Bach-Chor
Leitung: Angelica Heder-Loosli
 
Kartenverkauf

Es gibt Karten zu 25 (1.Platz) und 20€ (2.Platz) in Wasserburg und zu 25€ in Schlossberg (freie Platzwahl) bei
- Buchhandlung Herzog, Wasserburg, Tel 08071-4714
- Sparkasse Wasserburg
   https://ticketservice.sparkasse-wasserburg.de oder
   Ticket-Hotline 08071/101-129
- Buchhandlung Der Bleistift, Kuglmosstr.4, Schlossberg, Tel. 08031/7537
zuzügl. Vorverkaufsgebühr
 
 

Das Magnificat beinhaltet den Lobgesang von Maria, kurz nach der Begegnung mit dem Engel Gabriel, der ihr den göttlichen Auftrag überbracht hat, den Sohn Gottes auf die Welt zu bringen. Mit den Worten „Meine Seele erhebt den Herrn“ stimmt Maria an, als sie ihre befreundete Cousine Elisabeth besucht, die trotz ihres fortgeschrittenen Alters im 6. Monat schwanger ist. Sie wird Johannes, den Vorläufer und Wegbereiter Jesu gebären, der im Leibe seiner Mutter vor lauter Freude hüpft.

In ihrem Lobgesang drückt Maria - noch ganz erfüllt von der Begegnung mit dem Engel Gabriel – nicht nur ihre spirituelle Freude im Annehmen des göttlichen Auftrags aus, sondern preist auch die Kraft und Macht Gottes als ein ewig geltendes Gesetz der ausgleichenden Gerechtigkeit. Durchzogen von der göttlichen Barmherzigkeit für alle, die sich ihm anvertrauen, klingt es schon so wie es Jesus später verkünden wird: „Übermütige zerstreut er, Mächtige holt er vom Thron, Niedrige richtet er auf, Hungrige sättigt er...“

Dieser erhebende und erhabene Lobgesang Mariens hat im Laufe der Zeit viele Komponisten zu wunderschönen Vertonungen angeregt, von Monteverdi über Vivaldi, Mozart und Schubert bis hin zum Zeitgenossen Rutter.

Beim diesjährigen Weihnachtskonzert des Wasserburger Bach-Chores stehen zwei Vertonungen im Vordergrund: das wunderbar abwechslungsreich gestaltete Deutsche Magnificat „Meine Seele erhebt den Herrn“ von G.Ph. Telemann (1681-1767), dessen 250.Todestag heuer begangen wird und im 2.Teil des Konzertes das berühmte Magnificat von J.S.Bach (1685-1750) in lateinischer Sprache. Bachs kraftvoll-pulsierende und zugleich innig-zarte Musik ist voll kostbarer Einfälle, musikalischen Diamanten gleichend. In der Kantate Nr. 10 hat Bach später noch eine deutsche Variante komponiert, deren schwungvoller Eingangschor ebenfalls aufgeführt wird. Gleichsam als Ouvertüre erklingen vor jedem Magnificat festliche Orchesterstücke des jeweiligen Komponisten.

 
Artikel in der Süddeuschen Zeitung vom 23.12.2017 von Heribert Prantl: Der heilige Umsturz Maria und ihr Magnificat.pdf

 

Magnificat im spannenden Doppelpack

Wasserburger Bach-Chor singt Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann

Der Wasserburger Bach-Chor in der Kirche St. Georg in Schloßberg.        Foto Gartner © OVB  03.01.2018

VON WALTHER PROKOP

Stephanskirchen – Der Wasserburger Bach-Chor pflegt ein breitgefächertes Repertoire.

Dafür sorgt mit Augenmaß und leidenschaftlicher Neugier auch auf unbekanntere Werke die Leiterin Angelica Heder-Loosli. Das Jahresabschlusskonzert im Wasserburger Rathaussaal und in der reich geschmückten Kirche St. Georg in Schloßberg stellte nun die beiden Magnificat-Vertonungen von Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach im Doppelpack gegenüber.

Telemanns Name ist zwar berühmt, aber wer verbindet mit diesem Namen auch nur ein einziges signifikantes Werk oder wenigstens ein griffiges Motiv? Schnell wurde dem Hörer klar, dass die Aufführung des Telemann-Opus alles andere als nur eine verdienstvolle Ausgrabung bedeutet. Ein höchst eigenständiger Großmeister hat mit dieser Musik eine prächtige Visitenkarte abgegeben!

Zur Einstimmung vor den großen Chorwerken konnte sich das „Bach-Collegium Wasserburg“ mit reinen Instrumentalwerken extra profilieren: In Telemanns Konzert D-Dur wetteiferten die Solisten Marija Hackl (Violine), Birgit Saßmannshaus (Cello) und Christoph Eisert (Trompete) mit viel Sinn für Eleganz, Delikatesse und nobler Virtuosität. Speziell der langsame Satz wurde ein Glanzpunkt: Die weit ausschwingenden Melodiebögen hielt Marija Hackl mit feinstem Bogenstrich unter Spannung. Ähnliches erlebte das Publikum in der berühmten „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3 von Bach: Angelica Heder-Loosli nahm die Komposition sehr langsam, sehr leise und zart, die Streicher sparten mit Vibrato – diese „Air“ schien frisch dem Jungbrunnen entstiegen zu sein.

„Meine Seele erhebt den Herrn“, so beginnt der deutsche Text des lateinischen „Magnificat anima mea Dominum“. Beide Fassungen suggerieren sprachlich eine schwebende Leichtigkeit, die sich auch auf die Musik und auf die Sänger übertrug.

Den zahlenmäßig erfreulich großen Bach-Chor erlebte man gleichsam als Kammerensemble: Schlanke, durchsichtige Mehrstimmigkeit, glasklare Akkorde und eine doch in allen Höhen und Tiefen durchgehaltene sinnenfreudige Klanglichkeit – der Chor sang nicht nur richtige Noten, sondern vor allem lebensvolle Töne!

Was dem Chor recht, war den Solisten billig. Die beim Bach-Chor als Gast vertraute Sopranistin Priska Eser bestach durch die überlegene Vornehmheit ihrer Gestaltung. Suggestiv und mit warmer, fülliger Stimme hielt die Altistin Kerstin Rosenfeldt die Hörer in Bann. Der kraftvoll-geschmeidige Tenor Andreas Hirtreiter war kurzfristig für den erkrankten Viktor Schiering eingesprungen. Kein Lückenbüßer, sondern ein erfahrener, klug deklamierender Könner war da am löblichen Werk. Des Bassisten Thomas Hamberger ganz persönliches Timbre ließ die Worte unmittelbar verständlich werden, egal ob auf Deutsch oder Latein. Der geradezu lyrische Abschnitt „Suscepit Israel“ wurde im Terzett von Sopran, Alt und der Mezzosopranistin Almut Czech fein ziseliert und innig gesungen. Im Gegensatz dazu stand das von Andreas Hirtreiter machtvoll verkündete „Deposuit potentes“.

Der Wasserburger Bach-Chor unter der künstlerisch unerbittlichen Leitung Angelica Heder-Looslis hat die ersten 30 Jahre des Bestehens bravourös überstanden und wurde 2016 mit dem Kulturpreis des Landkreises dekoriert. Mit am Erfolg beteiligt sind auch die vorzüglichen Instrumentalisten, seien es die zuverlässigen Musiker des Basso continuo mit Thomas Pfeiffer (Orgel) und Thomas Laar (Kontrabaß) oder die Holzbläser, die den Arien den besonderen Schmelz verleihen.

Mit Vehemenz, Elan und nicht nachlassender stimmlicher Feinarbeit steuert der Bach-Chor mit vollen Segeln in die nächste Dekade.