Konzerte 2018

 
aktuell:

 

Gioachino Rossini

Petite Messe solennelle

für Soli, Chor, Klavier und Harmonium

Freitag 13.Juli 2018, 20 Uhr, Wasserburger Rathaussaal

Sonntag 15.Juli 2018, 20 Uhr, Schloss Amerang

Pressetext:
Giaochino Rossinis "Petite Messe solennelle" entstand 1863 als seine „allerletzte Alterssünde“, wie er in einem geistreich-humorvollen „Brief an Gott“ schrieb, in der Zeit seines selbstgewählten Ruhestandes, in der er – nachdem er 39 Opern in nur 19 Jahren komponiert hatte – kaum noch zur Feder griff.
Zweifellos einer der Höhepunkte im Spätwerk Rossinis wurde sie geschrieben für die Einweihung der Privatkapelle eines wohlhabenden Pariser Adligen. Dies erklärt die ursprünglich reduzierte instrumentale Begleitung von Klavier und Harmonium. Freilich erzeugt gerade diese dezent an gehobene Salonmusik erinnernde instrumentale Einkleidung ein unverwechselbares Timbre, das durch die spezielle Rhythmik noch ein zusätzliches Flair erhält.
Nach dem großartigen Erfolg der Erstaufführung lobte man die Kunst der Vereinigung des italienischen Colorits mit einer großen Innigkeit des Ausdrucks und einer unerwartet genialen Beherrschung der strengen Kunstformen. 
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OPERNHAFT BESCHWINGT
- Bach-Chor meistert in Wasserburg und Amerang Rossinis „Petite Messe solennelle“ -
Nach einer Aufführung von Verdis Requiem rümpfte einst Cosima verächtlich ihr Näschen. Wie wäre erst ihre Reaktion ausgefallen, wenn sie Rossinis „Petite Messe solennelle“ gehört hätte, die für germanische Ohren wohl zu sehr nach Operngetöse klang! Auf die italienische Oper waren die Wagners, inklusive Richard, sowieso prinzipiell nicht gut zu sprechen... Gioachino Rossini selbst schrieb dem lieben Gott eine eher ironische Widmung, in der er quasi seinen Hang zur weltlich-heiteren Buffooper in dieser Messe scheinbar entschuldigte, und dennoch für sich als Dank für seinen wenig bußfertigen Lobpreis einen Platz im Paradies reklamierte.
Eine Besonderheit dieses Sakralwerks: Statt Orchester begleiten einzig Klavier und Harmonium. So ist das „Petite“ im Titel kein Paradox - trotz der wahrhaft abendfüllenden Ausmaße.
Es war für den Wasserburger Bach-Chor unter der Leitung von Angelica Heder-Loosli durchaus keine Verlegenheitslösung, dieses zwar beliebte, aber doch leicht exzentrische Werk im Wasserburger Rathaussaal sowie in Schloss Amerang (eine Premiere!) dem Publikum zu präsentieren: Mit sichtlicher Lust und Freude sang der Chor diese Musik, die harmonisch und melodisch äußerst abwechslungsreich gestaltet, den Sängern ungewohnte, aber attraktive Partien bot. Dass Angelica Heder-Loosli auch das opernhaft Beschwingte, ja Ausgelassene nicht auf die leichte Schulter nahm, versteht sich von selbst. Selbst wenn die Musik wie Champagner perlte, sorgte die Dirigentin für Zucht und Ordnung - sie formte die farbige Textur klar und präzise aus, der Wechsel in der Dynamik brachte zusätzliche Spannungsmomente. Von Langeweile, aber auch Übersättigung keine Spur!
Thomas Pfeiffer am Klavier war der meistbeschäftigte Musiker des Abends; brillant bewältigte er seinen strapaziösen Part ohne geringste Ermüdungserscheinung, sekundiert von dem feinfühligen Konrad Liebscher am Harmonium. Realisierte das Klavier Melodie und Rhythmus, so unterlegte das Harmonium die glitzernden Tonfiguren Thomas Pfeiffers mit streicherhaft satter Grundierung. Verblüffend interessant das rein instrumentale Offertorium, in dem Klavier und Harmonium sich im Wechsel dialogisch austauschen und ergänzen.
Das Solistenquartett war ein Glücksfall: Einzeln wie im Ensemble begeisterten die Sänger durch ausgewogene Balance; sie ließen die letzten Zweifel schwinden, ob Rossini tatsächlich fromme Kirchenmusik komponiert hat... „O salutaris hostia“ gestaltete Priska Eser mit leuchtender Klarheit als ergreifende Kostbarkeit. Kerstin Rosenfeld zauberte mit einer in der Höhe kräftig-weichen, in der Tiefe dunkel-suggestiven Altstimme ein bezwingendes „Agnus Dei“ - ein Finale, das man nicht vergisst. Florian Dengler unterstrich mit seinem schlank geführten Bass-Bariton den Ernst der Rossinischen Unternehmung. Als Operntenor par excellence entpuppte sich der Spanier Joaquín Asiáin. Für den „allmächtigen Vater“ ließ er beim „Domine Deus“ im Gloria kraftvoll, fast schmetternd seine Stimme in die Höhe steigen, mit heller, mediterraner Färbung des Klangs. Und doch sang er innig und ohne Sentiment und absolut überzeugend. Man musste ihn einfach gern haben!
Das Publikum ließ sich von Rossini gleichermaßen wie von der Leistung des Bach-Chors zu intensivem Beifall hinreißen. Gewiss gönnt jedenfalls der spirituell erbaute Konzertbesucher dem pfiffigen Komponisten einen bevorzugten Platz im Paradies. Und dem Wasserburger Bach-Chor mit seiner inspirierten Leiterin Angelica Heder-Loosli einen bevorzugten Rang in der regionalen Musikszene.
Walther Prokop
 

 
 
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unser letztes Ereignis:

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Georg Friedrich Händel MESSIAH

HAPPY BIRTHDAY HÄNDEL

Anläßlich Händels Geburtstag singen jedes Jahr Ende Februar über 400 Sängerinnen und Sänger aus nah und fern Händels Oratorium Messiah in seiner Geburtsstadt Halle. 
In diesem Jahr haben 30 Mitglieder des Wasserburger Bach-Chores an diesem großen Ereignis teilgenommen.

 

Reisetagebuch: Impressionen von unserer Chorreise zu „Happy Birthday Händel“ vom 22. – 25.2.18 in Halle/Saale zur Aufführung des Messiah am Sa. 24.2.18 mit 400 Sängern aus aller Welt
 
Donnerstag, 22.2.18
Anreise mit dem neuen ICE „Sprinter“, in 3 Std. von München nach Leipzig, weiter mit der S-Bahn nach Halle
Abends gleich erste Chorprobe – und Schock: Der Dirigent Proinnsías Ó Duinn dirigiert in einem „Affentempo“, die vielen Sechzehntel-Girlanden im Messiah geraten dabei ganz schön ins Schlingern. Er ist aber sehr zugewandt, ermahnt uns - englisch sprechend - geduldig zu deutlicher Aussprache und „Rausschaun“ (das kennen wir ja).
Alle Mitwirkenden treffen sich jeden Abend in der Kneipe „Diebels“, dort wird gegessen, getrunken, diskutiert und ab einem bestimmten Zeitpunkt gesungen, was das Zeug hält, bis der Wirt die Schotten dicht macht.
 
Freitag, 23.2.18
- Der Freitag war für uns auch schon aufregend, denn in der Ulrichskirche, einer zum Veranstaltungssaal umgestalteten Kirche, war für den Abend das Konzert „Chorklänge aus nah & fern“ angesetzt, bei dem wir als Neulinge und als innerhalb Deutschlands am weitesten angereister Chor, die Ehre des ersten Auftritts hatten.
Mit unseren Liedern: „Fein sein, beinander bleibn“ (Volkslied), „Wirf dein Anliegen auf den Herrn/Verleih uns Frieden“ (F.Mendelssohn Bartholdy), „And the mother did weep“ (K. Jenkins), und „Irish blessing“ (Traditional) haben wir, mit 26 Sängern quasi in Kammerchorstärke, unser Bestes gegeben, haben’s gut gemacht und sind gut angekommen.
Nach uns folgten, in einem bunten Reigen, fünf Chorformationen. So inszenierte z.B. der „Internationale Chor Hildesheim“ eine Szene (Singschule) aus A. Lortzings „Zar und Zimmermann“. Es traten sehr junge Chöre auf, deren Chorleiter schon mit Tablet am Dirigentenpult arbeiten, aber auch der altehrwürdige „Stadtsingechor zu Halle“, ein Knabenchor mit zig Sängern, bis zu „Kein Chor“, einem Sextett junger Männer, die virtuos mit ihren Stimmen umzugehen wussten, und begeistert beklatscht wurden.
Am Ende der Veranstaltung sangen alle über 200 Mitwirkenden den Eingangschor aus dem Messiah „And the glory“ mit Orgelbegleitung, und unsere Chorleiterin Angelica als „Neue“ durfte ihn dirigieren, was sie mit großer Geste bravourös meisterte.
 
Samstag, 24.2.18
Am Samstagvormittag dann große, 3stündige Generalprobe mit Orchester und Solisten. Sie verlief gut und machte uns hoffnungsfroh für die Aufführung am Abend.
Um 19:30 dann das Konzert in der ausverkauften Stadthalle. Meister Ó Duinn dirigierte souverän die ausgezeichnete Staatskapelle Halle mit den jungen Solisten, die ebenfalls ihre Sache sehr gut machten. Wir im Chor vermissten bei der Aufführung allerdings seine, bei den Proben so humorvolle Art, er schien sich um den Chor nur noch wenig zu kümmern, als hätte er ihn aufgegeben(?!) Es ist ja auch eine schier nicht zu meisternde Herkulesaufgabe, einen Chor von 400 Sängern und Sängerinnen, die auf sehr verschiedenem Niveau singen, bei so hohem Tempo zusammenzuhalten. Vor allem bei den schnellen Noten überfiel manche die Panik und sie galoppierten - wenn sie es vermochten - davon, andere hinkten hoffnungslos hinterher, so dass der Chorgesang immer wieder auseinanderfiel.
Aber auch wenn der Chorklang lange nicht so schön war wie bei unserem Konzert 2016, so war es doch ein Erlebnis und eine gute Erfahrung, mal in einer so großen Menge zu singen.
Nach dem Konzert strömte alles zu „Diebels“ das an diesem Abend für die Teilnehmer des Festivals reserviert war. Der Andrang war sehr groß, aber wir schafften es, einige kleinere Tische zu besetzen, so dass wir ganz nett beisammen saßen – und sehr bald wurde gesungen was die Stimme hielt, es waren überwiegend die irischen Besucher die den Ton angaben, aber alle Anwesenden fielen freudig ein und da wir alle „Happy Birthday Händel“ - Songbooks auf den Tischen hatten, waren wir auch relativ textsicher. Ein fröhlicher Abend, den die Schreiberin gegen 2 Uhr verließ, da war aber noch lange nicht ausgesungen.
 
In jedem Fall war der Ausflug nach Halle „die Reise wert“, wir haben viel gesehen und erlebt. Nicht zuletzt hat es das Miteinander in unserer Chorgemeinschaft gestärkt.
 
Roswitha Betz-Heindl –Pr-Beauftragte

 

Der Wasserburger Bach-Chor in der St.Ulrichskirche in Halle bei seinem A-Capella-Auftritt