Konzertgeschichte

Dank der aufmunternden Unterstützung des Wasserburger Kammerorchesters wagte es Angelica Heder, die damals noch am Cello im Orchester mitspielte, im Alter von nur 30 Jahren, einen unabhängigen Konzertchor in Wasserburg zu gründen. Damit erfüllte sie sich einen großen Lebenstraum. Bei der ersten Probe im Musikraum der Realschule kamen bereits 60 singbegeisterte Menschen zusammen.

Da ihr die Musik von Bach schon als Kind sehr nahe war und sie mit 14 Jahren ihre erste Johannespassion, damals mit dem Münchner Bach-Chor unter Karl Richter als für ihr Leben sehr prägend erlebte, wählte sie ebenfalls den Namen Bach-Chor.

Beim Jubiläumskonzert zum 10-jährigen Bestehen des Kammerorchesters am 10. Mai 1986 stellte sich der Chor erstmalig der Öffentlichkeit mit dem Gloria aus der A-Dur Messe BWV 234  von J.S.Bach vor.

Mit Werken von Bach, der A-Dur Messe BWV 234 (bestehend aus Kyrie und Gloria) und zwei Kantaten gestaltete der Bach-Chor am 26. Juni 1986 in Kloster Au sein erstes eigenes Konzert, begleitet vom Kammerorchester. Es folgten Konzerte mit Alter Musik (Monteverdi, Schütz), mit Werken bekannter (Vivaldi) und unbekannter (Bach-Familie, Diez) Komponisten der Barockmusik.

Zur Aufführung des Requiems von Mozart gründete Angelica Heder im Mozart-Jahr 1991 das Bach-Collegium Wasserburg, ein schlankes Profiorchester, das seitdem den Bach-Chor bei seinen Konzerten begleitet. 1994 erweiterte der Chor sein musikalisches Spektrum mit Carl Orffs Carmina Burana.

Zum 10-jährigen Jubiläum widmete sich der Chor ganz seinem Namensgeber: zum ersten Mal studierte der Chor die Johannespassion ein, und zu Weihnachten erklang wieder die A-Dur-Messe, dazu zum ersten Mal das „Jauchzet, frohlocket“ der ersten Kantate des Weihnachtsoratoriums.

In den folgenden Jahren beschäftigte sich der Chor erstmalig auch mit Chorwerken aus der Romantik. Dabei ist ihm vor allem die Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy ans Herz gewachsen. Besonders ergreifend waren die Aufführungen des Psalm 42, des Elias und der Lobgesangsymphonie. Zum 20-jährigen Bestehen reiste der Chor zu einem internationalen Chortreffen zu seinem Gastgeber nach Cavarzere an der Adriaküste. Zwei Jahre später folgte der italienische Chor einer Rückeinladung nach Wasserburg. Beim gemeinsamen Konzert, in dem jeder sein Metier des Chorgesangs vorstellte, ließ sich der Bach-Chor bei den gemeinsamen Stücken sogar in die Welt des Opernchors verführen.

Zum festlichen Jubiläumskonzert in der Weihnachtszeit erklangen die Jubelchöre des Gloria von Vivaldi und das Gloria von J.S.Bach aus seiner H-Moll Messe, seinem wohl großartigsten Chorwerk.

Im Mozart-Jahr 2006 brachte der Bach-Chor neben einem reinen Mozart-Programm auch Händels Messias in der farbigen Instrumentierung von W.A.Mozart zur Aufführung.

2007 wagte der Chor ein anspruchsvolles Experiment mit der Aufführung der Marienvesper von Monteverdi, begleitet vom Barockorchester „La Banda“, das sehr eindrucksvoll gelang.

2008 erweiterte Der Chor sein Repertoire um die Symphoniekantate von Felix Mendelssohn-Bartholdy "Der Lobgesang".

2009 läutete der Bach-Chor sein Jubiläumsjahr zum 25-jährigen Bestehen mit der Aufführung der ersten drei Kantaten Weihnachtsoratoriums. In einem zweiten Konzert in der Weihnachtszeit gab der Bach-Chor zum ersten Mal ein Konzert speziell für die Familien: Bachs Weihnachtsortorium für Kinder von Michael Gusenbauer.

2010 das Jubiläumsjahr, in dem der Chor mit drei Werken 7x auftrat: mit Mozarts Requiem in Montecatini Terme im Rahmen eines internationalen Chorfestivals und anschließend am Karfreitag in Wasserburg, dann mit der Carmina Burana von Orff als open air-Konzert auf der Landesgartenschau in Rosenheim und dann auch im Wasserburger Rathaussaal, schließlich mit den Kantaten I-III aus dem Weihanchtsoratorium in der Pfarrkirche in Rott zu Beginn der Adventszeit. Mit der Aufführung der Kantaten IV-Vi und der Wiederholung des Kinderkonzertes in der Weihnachtszeit schloß sich der Kreis der Jubiläumskonzerte.

2011 ging mit einem weiteren Highlight der Konzertgeschichte weiter: Bachs Matthäuspassion, in der gekürzten Fassung von F.Mendelssohn Bartholdy, dessen Elias ds 2.Halbjahr bestimmte.

In den folgenden 2 Jahren wurden weitere nicht so bekannte Chor-Werke von J.S.Bach einstudiert und aufgeführt, einmal zum Osterfestkreis und zu Weihnachten.

EIn besonderes bewegendes Konzert war 2013 die Aufführung der Großen Messe in c-Moll von W.A.Mozart.

Schließlich wagte sich Angelica mit ihrem Chor an durchaus schwierige Chorwerke des 19. und 20.Jahrhunderts, die unter dem Titel Europäische Weihnacht erklangen.

2014 feierte die Musikwelt den 300.Geburtstag von C.P.E.Bach, so auch der Bach-Chor bei seinem Weihnachtskonzert mit dem Magnificat und der Dankhymne

Zuvor waren die beiden Aufführungen von Haydns Schöpfung im Frühling 2014 so gelungen, dass der Vertreter des Musiksommers Christian Günther den Chor für das kommende in seine Heimatgemeinde Fridolfing einlud, das Werk auch dort aufzuführen.

So kam es, dass der Chor zu seinem 30-jährigen Jubiläum 2015 diese Einladung annahm und zugleich der Bitte des Wasserburger Kulturkreises folgte, bei den Wasserburger Nächten ein open-air Konzert am Inndamm zu geben. Dafür kam dann die halbszenische Schöpfung für Kinder von Reiner Schulte nach der Musik von Haydn zum Einsatz.

Das Jubiläumskonzert am 1.Advent war ganz der Musik von J.S.Bach gewidmet. Einerseits schließt sich mit der Aufführung der A-Dur Messe, bestehend aus Kyrie und Goria in der Klosterkirche in Au ein Kreis zum allerersten Konzert des jungen Chores, andererseits erklingt neu einstudiertes aus der Messe in h-Moll, dem größten Chorwerk von Bach, dem sich der Chor schon einmal genähert hat und so in Teilen sich "erobert".

Kurz darauf durfte der Wasserburger Bach-Chor den mit 5000€ dotierten Kulturpreis des Landkreises Rosenheim in Empfang nehmen. Die feierliche, vom Chor gestaltete Überreichung durch den Landrat fand am 8.Dezember im Wasserburger Rathaussaal statt.

Das erste Konzert im Jahr 2016 unter dem Motto AVE MARIA beinhaltete eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte mit verschienenden Mariengesängen von Pergolesi (17.Jahrhundert) über Mozart, Mendelssohn, Rheinberger bis Jenkins (21.Jahrhundert). Etwas ganz besonderes war die Uraufführung des Salve Regina des heimischen Komponisten Walther Prokop.                                                                                                                  Das Jahr 2016 ging mit einer äußerst gelungenen Aufführung von Händels Messiah zu Ende - vor ausverkauftem Rathaussal!

2017 wagt sich der Bach-Chor mit der Aufführung der PEACEMAKERS des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins in musikalisches Neuland.               Beim Konzertprogramm nach Weihnachten widmete sich der Bach-Chor Vertonungen von Marias Lobgesang MAGNIFICAT von G.Ph.Telemann (anläßlich seines 250.Todestages) und von J.S.Bach, dem geliebten "Haus"-Komponisten. 


Ideen und Wünsche für die nächsten Jahre gibt es genug. Zwischen Neueinstudierungen werden weiterhin bekannte und beliebte Werke der Chorliteratur wieder einstudiert. So wird das Repertoire lebendig gepflegt und neugierig erweitert.