Vergangene Konzerte

unser letztes Konzert:

 

Gioachino Rossini

Petite Messe solennelle

für Soli, Chor, Klavier und Harmonium

Freitag 13.Juli 2018, 20 Uhr, Wasserburger Rathaussaal

Sonntag 15.Juli 2018, 20 Uhr, Schloss Amerang

Pressetext:
Giaochino Rossinis "Petite Messe solennelle" entstand 1863 als seine „allerletzte Alterssünde“, wie er in einem geistreich-humorvollen „Brief an Gott“ schrieb, in der Zeit seines selbstgewählten Ruhestandes, in der er – nachdem er 39 Opern in nur 19 Jahren komponiert hatte – kaum noch zur Feder griff.
Zweifellos einer der Höhepunkte im Spätwerk Rossinis wurde sie geschrieben für die Einweihung der Privatkapelle eines wohlhabenden Pariser Adligen. Dies erklärt die ursprünglich reduzierte instrumentale Begleitung von Klavier und Harmonium. Freilich erzeugt gerade diese dezent an gehobene Salonmusik erinnernde instrumentale Einkleidung ein unverwechselbares Timbre, das durch die spezielle Rhythmik noch ein zusätzliches Flair erhält.
Nach dem großartigen Erfolg der Erstaufführung lobte man die Kunst der Vereinigung des italienischen Colorits mit einer großen Innigkeit des Ausdrucks und einer unerwartet genialen Beherrschung der strengen Kunstformen. 
Plakat.pdf

 

OPERNHAFT BESCHWINGT
- Bach-Chor meistert in Wasserburg und Amerang Rossinis „Petite Messe solennelle“ -
Nach einer Aufführung von Verdis Requiem rümpfte einst Cosima verächtlich ihr Näschen. Wie wäre erst ihre Reaktion ausgefallen, wenn sie Rossinis „Petite Messe solennelle“ gehört hätte, die für germanische Ohren wohl zu sehr nach Operngetöse klang! Auf die italienische Oper waren die Wagners, inklusive Richard, sowieso prinzipiell nicht gut zu sprechen... Gioachino Rossini selbst schrieb dem lieben Gott eine eher ironische Widmung, in der er quasi seinen Hang zur weltlich-heiteren Buffooper in dieser Messe scheinbar entschuldigte, und dennoch für sich als Dank für seinen wenig bußfertigen Lobpreis einen Platz im Paradies reklamierte.
Eine Besonderheit dieses Sakralwerks: Statt Orchester begleiten einzig Klavier und Harmonium. So ist das „Petite“ im Titel kein Paradox - trotz der wahrhaft abendfüllenden Ausmaße.
Es war für den Wasserburger Bach-Chor unter der Leitung von Angelica Heder-Loosli durchaus keine Verlegenheitslösung, dieses zwar beliebte, aber doch leicht exzentrische Werk im Wasserburger Rathaussaal sowie in Schloss Amerang (eine Premiere!) dem Publikum zu präsentieren: Mit sichtlicher Lust und Freude sang der Chor diese Musik, die harmonisch und melodisch äußerst abwechslungsreich gestaltet, den Sängern ungewohnte, aber attraktive Partien bot. Dass Angelica Heder-Loosli auch das opernhaft Beschwingte, ja Ausgelassene nicht auf die leichte Schulter nahm, versteht sich von selbst. Selbst wenn die Musik wie Champagner perlte, sorgte die Dirigentin für Zucht und Ordnung - sie formte die farbige Textur klar und präzise aus, der Wechsel in der Dynamik brachte zusätzliche Spannungsmomente. Von Langeweile, aber auch Übersättigung keine Spur!
Thomas Pfeiffer am Klavier war der meistbeschäftigte Musiker des Abends; brillant bewältigte er seinen strapaziösen Part ohne geringste Ermüdungserscheinung, sekundiert von dem feinfühligen Konrad Liebscher am Harmonium. Realisierte das Klavier Melodie und Rhythmus, so unterlegte das Harmonium die glitzernden Tonfiguren Thomas Pfeiffers mit streicherhaft satter Grundierung. Verblüffend interessant das rein instrumentale Offertorium, in dem Klavier und Harmonium sich im Wechsel dialogisch austauschen und ergänzen.
Das Solistenquartett war ein Glücksfall: Einzeln wie im Ensemble begeisterten die Sänger durch ausgewogene Balance; sie ließen die letzten Zweifel schwinden, ob Rossini tatsächlich fromme Kirchenmusik komponiert hat... „O salutaris hostia“ gestaltete Priska Eser mit leuchtender Klarheit als ergreifende Kostbarkeit. Kerstin Rosenfeld zauberte mit einer in der Höhe kräftig-weichen, in der Tiefe dunkel-suggestiven Altstimme ein bezwingendes „Agnus Dei“ - ein Finale, das man nicht vergisst. Florian Dengler unterstrich mit seinem schlank geführten Bass-Bariton den Ernst der Rossinischen Unternehmung. Als Operntenor par excellence entpuppte sich der Spanier Joaquín Asiáin. Für den „allmächtigen Vater“ ließ er beim „Domine Deus“ im Gloria kraftvoll, fast schmetternd seine Stimme in die Höhe steigen, mit heller, mediterraner Färbung des Klangs. Und doch sang er innig und ohne Sentiment und absolut überzeugend. Man musste ihn einfach gern haben!
Das Publikum ließ sich von Rossini gleichermaßen wie von der Leistung des Bach-Chors zu intensivem Beifall hinreißen. Gewiss gönnt jedenfalls der spirituell erbaute Konzertbesucher dem pfiffigen Komponisten einen bevorzugten Platz im Paradies. Und dem Wasserburger Bach-Chor mit seiner inspirierten Leiterin Angelica Heder-Loosli einen bevorzugten Rang in der regionalen Musikszene.
Walther Prokop
 

 

___________________________________________________________________________________________________________


index.html

Georg Friedrich Händel MESSIAH

HAPPY BIRTHDAY HÄNDEL

Anläßlich Händels Geburtstag singen jedes Jahr Ende Februar über 400 Sängerinnen und Sänger aus nah und fern Händels Oratorium Messiah in seiner Geburtsstadt Halle. 
In diesem Jahr haben 30 Mitglieder des Wasserburger Bach-Chores an diesem großen Ereignis teilgenommen.

 

Reisetagebuch: Impressionen von unserer Chorreise zu „Happy Birthday Händel“ vom 22. – 25.2.18 in Halle/Saale zur Aufführung des Messiah am Sa. 24.2.18 mit 400 Sängern aus aller Welt
 
Donnerstag, 22.2.18
Anreise mit dem neuen ICE „Sprinter“, in 3 Std. von München nach Leipzig, weiter mit der S-Bahn nach Halle
Abends gleich erste Chorprobe – und Schock: Der Dirigent Proinnsías Ó Duinn dirigiert in einem „Affentempo“, die vielen Sechzehntel-Girlanden im Messiah geraten dabei ganz schön ins Schlingern. Er ist aber sehr zugewandt, ermahnt uns - englisch sprechend - geduldig zu deutlicher Aussprache und „Rausschaun“ (das kennen wir ja).
Alle Mitwirkenden treffen sich jeden Abend in der Kneipe „Diebels“, dort wird gegessen, getrunken, diskutiert und ab einem bestimmten Zeitpunkt gesungen, was das Zeug hält, bis der Wirt die Schotten dicht macht.
 
Freitag, 23.2.18
- Der Freitag war für uns auch schon aufregend, denn in der Ulrichskirche, einer zum Veranstaltungssaal umgestalteten Kirche, war für den Abend das Konzert „Chorklänge aus nah & fern“ angesetzt, bei dem wir als Neulinge und als innerhalb Deutschlands am weitesten angereister Chor, die Ehre des ersten Auftritts hatten.
Mit unseren Liedern: „Fein sein, beinander bleibn“ (Volkslied), „Wirf dein Anliegen auf den Herrn/Verleih uns Frieden“ (F.Mendelssohn Bartholdy), „And the mother did weep“ (K. Jenkins), und „Irish blessing“ (Traditional) haben wir, mit 26 Sängern quasi in Kammerchorstärke, unser Bestes gegeben, haben’s gut gemacht und sind gut angekommen.
Nach uns folgten, in einem bunten Reigen, fünf Chorformationen. So inszenierte z.B. der „Internationale Chor Hildesheim“ eine Szene (Singschule) aus A. Lortzings „Zar und Zimmermann“. Es traten sehr junge Chöre auf, deren Chorleiter schon mit Tablet am Dirigentenpult arbeiten, aber auch der altehrwürdige „Stadtsingechor zu Halle“, ein Knabenchor mit zig Sängern, bis zu „Kein Chor“, einem Sextett junger Männer, die virtuos mit ihren Stimmen umzugehen wussten, und begeistert beklatscht wurden.
Am Ende der Veranstaltung sangen alle über 200 Mitwirkenden den Eingangschor aus dem Messiah „And the glory“ mit Orgelbegleitung, und unsere Chorleiterin Angelica als „Neue“ durfte ihn dirigieren, was sie mit großer Geste bravourös meisterte.
 
Samstag, 24.2.18
Am Samstagvormittag dann große, 3stündige Generalprobe mit Orchester und Solisten. Sie verlief gut und machte uns hoffnungsfroh für die Aufführung am Abend.
Um 19:30 dann das Konzert in der ausverkauften Stadthalle. Meister Ó Duinn dirigierte souverän die ausgezeichnete Staatskapelle Halle mit den jungen Solisten, die ebenfalls ihre Sache sehr gut machten. Wir im Chor vermissten bei der Aufführung allerdings seine, bei den Proben so humorvolle Art, er schien sich um den Chor nur noch wenig zu kümmern, als hätte er ihn aufgegeben(?!) Es ist ja auch eine schier nicht zu meisternde Herkulesaufgabe, einen Chor von 400 Sängern und Sängerinnen, die auf sehr verschiedenem Niveau singen, bei so hohem Tempo zusammenzuhalten. Vor allem bei den schnellen Noten überfiel manche die Panik und sie galoppierten - wenn sie es vermochten - davon, andere hinkten hoffnungslos hinterher, so dass der Chorgesang immer wieder auseinanderfiel.
Aber auch wenn der Chorklang lange nicht so schön war wie bei unserem Konzert 2016, so war es doch ein Erlebnis und eine gute Erfahrung, mal in einer so großen Menge zu singen.
Nach dem Konzert strömte alles zu „Diebels“ das an diesem Abend für die Teilnehmer des Festivals reserviert war. Der Andrang war sehr groß, aber wir schafften es, einige kleinere Tische zu besetzen, so dass wir ganz nett beisammen saßen – und sehr bald wurde gesungen was die Stimme hielt, es waren überwiegend die irischen Besucher die den Ton angaben, aber alle Anwesenden fielen freudig ein und da wir alle „Happy Birthday Händel“ - Songbooks auf den Tischen hatten, waren wir auch relativ textsicher. Ein fröhlicher Abend, den die Schreiberin gegen 2 Uhr verließ, da war aber noch lange nicht ausgesungen.
 
In jedem Fall war der Ausflug nach Halle „die Reise wert“, wir haben viel gesehen und erlebt. Nicht zuletzt hat es das Miteinander in unserer Chorgemeinschaft gestärkt.
 
Roswitha Betz-Heindl –Pr-Beauftragte

 

Der Wasserburger Bach-Chor in der St.Ulrichskirche in Halle bei seinem A-Capella-Auftritt

 

_________________________________________________________

 

Magnificat im spannenden Doppelpack

Wasserburger Bach-Chor singt Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann

Der Wasserburger Bach-Chor in der Kirche St. Georg in Schloßberg.        Foto Gartner © OVB  03.01.2018

VON WALTHER PROKOP

Stephanskirchen – Der Wasserburger Bach-Chor pflegt ein breitgefächertes Repertoire.

Dafür sorgt mit Augenmaß und leidenschaftlicher Neugier auch auf unbekanntere Werke die Leiterin Angelica Heder-Loosli. Das Jahresabschlusskonzert im Wasserburger Rathaussaal und in der reich geschmückten Kirche St. Georg in Schloßberg stellte nun die beiden Magnificat-Vertonungen von Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach im Doppelpack gegenüber.

Telemanns Name ist zwar berühmt, aber wer verbindet mit diesem Namen auch nur ein einziges signifikantes Werk oder wenigstens ein griffiges Motiv? Schnell wurde dem Hörer klar, dass die Aufführung des Telemann-Opus alles andere als nur eine verdienstvolle Ausgrabung bedeutet. Ein höchst eigenständiger Großmeister hat mit dieser Musik eine prächtige Visitenkarte abgegeben!

Zur Einstimmung vor den großen Chorwerken konnte sich das „Bach-Collegium Wasserburg“ mit reinen Instrumentalwerken extra profilieren: In Telemanns Konzert D-Dur wetteiferten die Solisten Marija Hackl (Violine), Birgit Saßmannshaus (Cello) und Christoph Eisert (Trompete) mit viel Sinn für Eleganz, Delikatesse und nobler Virtuosität. Speziell der langsame Satz wurde ein Glanzpunkt: Die weit ausschwingenden Melodiebögen hielt Marija Hackl mit feinstem Bogenstrich unter Spannung. Ähnliches erlebte das Publikum in der berühmten „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3 von Bach: Angelica Heder-Loosli nahm die Komposition sehr langsam, sehr leise und zart, die Streicher sparten mit Vibrato – diese „Air“ schien frisch dem Jungbrunnen entstiegen zu sein.

„Meine Seele erhebt den Herrn“, so beginnt der deutsche Text des lateinischen „Magnificat anima mea Dominum“. Beide Fassungen suggerieren sprachlich eine schwebende Leichtigkeit, die sich auch auf die Musik und auf die Sänger übertrug.

Den zahlenmäßig erfreulich großen Bach-Chor erlebte man gleichsam als Kammerensemble: Schlanke, durchsichtige Mehrstimmigkeit, glasklare Akkorde und eine doch in allen Höhen und Tiefen durchgehaltene sinnenfreudige Klanglichkeit – der Chor sang nicht nur richtige Noten, sondern vor allem lebensvolle Töne!

Was dem Chor recht, war den Solisten billig. Die beim Bach-Chor als Gast vertraute Sopranistin Priska Eser bestach durch die überlegene Vornehmheit ihrer Gestaltung. Suggestiv und mit warmer, fülliger Stimme hielt die Altistin Kerstin Rosenfeldt die Hörer in Bann. Der kraftvoll-geschmeidige Tenor Andreas Hirtreiter war kurzfristig für den erkrankten Viktor Schiering eingesprungen. Kein Lückenbüßer, sondern ein erfahrener, klug deklamierender Könner war da am löblichen Werk. Des Bassisten Thomas Hamberger ganz persönliches Timbre ließ die Worte unmittelbar verständlich werden, egal ob auf Deutsch oder Latein. Der geradezu lyrische Abschnitt „Suscepit Israel“ wurde im Terzett von Sopran, Alt und der Mezzosopranistin Almut Czech fein ziseliert und innig gesungen. Im Gegensatz dazu stand das von Andreas Hirtreiter machtvoll verkündete „Deposuit potentes“.

Der Wasserburger Bach-Chor unter der künstlerisch unerbittlichen Leitung Angelica Heder-Looslis hat die ersten 30 Jahre des Bestehens bravourös überstanden und wurde 2016 mit dem Kulturpreis des Landkreises dekoriert. Mit am Erfolg beteiligt sind auch die vorzüglichen Instrumentalisten, seien es die zuverlässigen Musiker des Basso continuo mit Thomas Pfeiffer (Orgel) und Thomas Laar (Kontrabaß) oder die Holzbläser, die den Arien den besonderen Schmelz verleihen.

Mit Vehemenz, Elan und nicht nachlassender stimmlicher Feinarbeit steuert der Bach-Chor mit vollen Segeln in die nächste Dekade.

Georg Philipp Telemann (1681 - 1767)
zum Gedenken an seinen 250. Todestag

Konzert D-Dur  Vivace - Adagio - Allegro für Violine, Violoncello, Trompete und Streicher  
Deutsches Magnificat - Meine Seele erhebt den Herrn
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Orchestersuite Nr. 3 D-Dur  Ouverture - Air - Gigue
Meine Seel erhebt den Herrn BWV 10    Nr.1 Chorus und Nr. 7 Choral
Magnificat BWV 243
Mitwirkende Solisten:
Priska Eser, Sopran
Almut Cech, Mezzosopran
Kerstin Rosenfeldt, Alt
Andreas Hirtreiter, Tenor
Thomas Hamberger, Bass
 
Alice Guinet, Barbara Schiöberg, Flöte
Christelle Lecointe, Inga Däubner, Oboe
Christoph Eisert, Andrea Christoph, Konrad Müller, Trompete
Alexander Jung, Pauke
 
Marija Hackl, Violine
Birgit Saßmannshaus, Violoncello
Thomas Laar, Kontrabass
Thomas PfeifferOrgel
 
Bach-Collegium Wasserburg
Wasserburger Bach-Chor
Leitung: Angelica Heder-Loosli

 

___________________________________________________________________________________________________________________________________________________
 

 Foto Gartner

Mit reinen Klängen und pulsierendem Metrum für den Frieden

Ein Ereignis hielt den Wasserburger Bach-Chor unter der Leitung von Angelica Heder-Loosli sowie auch die interessierten Wasserburger schon im Vorfeld in Bann: Das moderne Oratorium „The Peacemakers“ des Waliser Komponisten Karl Jenkins.
 
Und wie schafften die Sängerinnen und Sänger die neue Aufgabe? Ohne Scheu vor Ungewohntem machten sie sich an die Arbeit, ja, sie saugten die keltisch-walisische Urmusikalität des Komponisten geradezu in sich auf, wiegten sich in den herben und doch eingängigen Harmonien. Der über die Region hinaus berühmte Kinderchor, die "Haager Spatzen" war von Zsuzsanna Karolyi-Philippzig famos einstudiert. Die Kinder sangen rein und klar mit einer bewundernswerten Intensität und wirklich zu Herzen gehend! Sie waren eine wunderschöne Ergänzung zum Bach-Chor, dessen homogene und sonore Kraft auch in der Riesenkirche unmittelbar spürbar wurde. So gewann die Musik die notwendige Tiefenschärfe und zusätzliches klangliches Profil!
 
Ein Concerto grosso des Komponisten, ein Benedictus für Mezzosopran (Luitgard Hamberger), ein wuchtiges Orgelstück auf elektronischem Instrument (Thomas Pfeiffer diesmal mit virtuos vorgetragenem Solo!) waren bestens geeignet zur Einführung in den vielseitigen Kompositionsstil von Karl Jenkins.
 
Letzteres war wohl das Novum dieses Abends: die Charakteristik, die Eigenmerkmale des Kompositionsstils. Karl Jenkins weiß sich als Allroundmusiker sichtlich in allen Stilrichtungen zu Hause. Aber seine musikalische Herkunft unter anderem aus Jazz und Rock bringt es mit sich, dass ein pulsierendes Metrum sein Markenzeichen wurde, ja dessen oft ostinate Wiederholung geradezu ins Mark geht. Und da kann es sich Jenkins leisten, auch Anleihen in alten Stilen zu nehmen, ohne dass dies je verstaubt klingt. Harmonische Wendungen erinnern an die Beatles, die Wucht der Metrik, die Eleganz des Rhythmischen, lassen Leonard Bernsteins Musik durchklingen. Schon beim ersten Anhören der „Peacemakers“ kommen all diese Elemente zum Tragen: Archaische Kraft, Ruhephasen, Aufbruch. Und am Schluss erfuhren die eindringlich vertonten Friedensbotschaften der einzelnen Friedensstifter eine hymnischer Kraft mit großem Glanz.
 
Dass es bei diesem Konzert nicht nur um ein musikalisch-künstlerisches Anliegen ging, sondern ebenso um eine "Botschaft", war bei allen Mitwirkenden spürbar und sichtbar - daher ja auch die besondere, "Zeichen setzende" Kleidung ganz in weiß.
 
Dieses Werk schlüssig zu gestalten, war ein großes Verdienst der Interpreten. Es wurde souverän und authentisch gemeistert! Dazu trug auch bei, dass Luitgard Hamberger mit ihrer Stimme, gesungen und gesprochen, den epischen Charakter des Oratoriums unterstützte und untermalte. Die Ansage der Texte bremste nicht den Ablauf, sie verlieh vielmehr Struktur in stetigem Innehalten für den Zuhörer. Nicht zuletzt leuchtete Luitgard Hambergers naturhaftes Timbre, jetzt auch in Sopran-naher Lage, so wie wir sie seit jeher kennen.
 
Die Flötistin Barbara Schiöberg mit ihrem engelhaften Spiel auf verschiedenen Flöten, der brilliant improvisierende Sopran-Saxophonist Robert v.Siemens, die präzise agierenden Perkussionisten unter Anno Kesting und Anna Emmersbergers warmherzig klingender E-Bass hatten eine wertvolle künstlerische Aufgabe als wesentliche Ingredienzien dieses Werkes. Mit bravourösen Solo-Einlagen war Rainer Heilmann zu hören, in der Rosenheimer Musikwelt bekannt als Dirigent der „Arche“ und Konzertmeister des klanglich und rhythmisch differenziert spielenden Bach-Collegiums.
 
Mit einem wohliger Nachklang im Ohr, welcher die Erinnerung an den vielstimmigen Gesang der Chöre weit in die Nacht hin wachhielt, konnte man friedlich nach Hause gehen, nicht ohne vorher Begeisterung und Dankbarkeit in den lang anhaltenden Applaus einfließen zu lassen.
 
Diese Konzertbesprechung ist eine Zusammenfassung aus Texten von Robert Engl (OVB) und Walther Prokop (E-Mail), fachlich editiert von Angelica Heder-Loosli
 
hier der Text zum downloaden und /oder ausdrucken: Konzertnachlese.pdf

 

Karl Jenkins

THE PEACEMAKERS

 "Friedensoratorium" für Solo, Kinderchor, Chor und Orchester

 

Samstag 13.Mai 2017, 20 Uhr

Wasserburger Rathaussaal

 

Sonntag 14.Mai 2017, 20 Uhr

Christkönigkirche Rosenheim

 

Luitgard Hamberger, Mezzo
Barbara Schiöberg, Flöte
Robert von Siemens, Saxophon
Rainer Heilmann, Violine
Anna Emmersberger, Gitarre,
Anno Kesting und Co., Perkussion
Thomas Pfeiffer, Orgel
 
Kinderchor Haager Spatzen,
     Einstudierung Zsuzsanna Károlyi-Philippzig
Bach-Collegium Wasserburg,
     Konzertmeister Rainer Heilmann
 
Wasserburger Bach-Chor
 
Leitung: Angelica Heder-Loosli

Plakat.jpg

Pressetext
Mit der Neueinstudierung des Friedensoratoriums „THE PEACEMAKERS“ (Die Friedensstifter) für Soli, Kinderchor, Chor und Orchester des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins betritt der Bach-Chor musikalisches Neuland, denn dieses Werk entstand erst 2011 und wurde ein Jahr später unter der Leitung des Komponisten in der Carnegie Hall, New York, uraufgeführt. Die deutsche Erstaufführung veranstaltete 2013 der Würzburger Bach-Chor.
Gerade auch als Kulturpreisträger des Landkreises ist es dem Chor und seiner Leiterin Angelica Heder-Loosli ein zentrales Anliegen, immer wieder auch neue, nicht so bekannte Werke als interessante Kostbarkeiten der Chorliteratur zu erarbeiten und dem Publikum nahe zu bringen.
Wer aus dem Jahrgang des Komponisten (* 1944) auf schräge Klänge schließt, wird porsitiv überrascht sein. Jenkins ist britischer Tradition verpflichtet: Wie Elgar, Holst, Vaughan Williams oder Rutter komponiert auch Jenkins tonal. Ja, seine eingängigen Melodien können sogar zu „Ohrwürmern“ werden. Schließlich ist er einer der am häufigsten aufgeführten Komponisten der Gegenwart.
Das Besondere an dem Klangzauberer aus Wales ist, dass er in den letzten Jahren durch engagierte und erfolgreiche Crossover-Projekte aufhorchen ließ, die sowohl die Grenzen von Musikstilen als auch religiöse Grenzen überschreiten und dadurch verbinden.
So auch in „The Peacemakers“: Texte von und über die Friedensstifter Mahatma Gandhi, Nelson Mandela, Franz von Assisi, Martin Luther King, Dalai Lama u.a.m. stehen neben biblischen Aussagen und werden durch eindrückliche Klanggemälde zu einer ausdrucksstarken Vision einer friedvollen Welt: Er lässt die Verbrüderung der Menschen rund um die Welt für einen Moment wahr werden.
Text mit Übersetzung ins Deutsche: Peacemakers Übersetzung.pdf

 

__________________________________________________________________________________________________________________________

 

Pressetext

Konzert des Wasserburger Bach-Chores zur Weihnachtszeit und zum Jahresausklang

Händels „MESSIAH“ in Wasserburg

Wer kennt nicht das große „Halleluja“ aus dem „Messiah“ von Georg Friedrich Händel? In Amerika und in vielen asiatischen Ländern ist es genau so bekannt wie in Europa.

Der ursprünglich aus Halle stammende, später in England beheimatete Komponist hatte sich nach einer schweren beruflichen und gesundheitlichen Krise dem Oratorium zugewandt. Als er 1741 von C. Jennens einige Bibelstellen aus dem Alten Testament zugeschickt bekam, beflügelten sie den Musiker derart, dass er das Werk in nur 24 Tagen komponierte. Im folgenden Jahr wurde das Werk mit großem Erfolg in Dublin uraufgeführt.

Das Oratorium hat keine Handlung im engeren Sinn - man erfährt wenig Konkretes über Jesu Leben, Wirken und Sterben wie im Neuen Testament niedergeschrieben. Der Text will zeigen, dass Jesus der "Messias" im Sinne der Voraussagen der Propheten ist. Darin wird der Weg des Erlösers beschrieben: von seiner Ankündigung, seiner Geburt, seinem Sterben und Auferstehen bis hin zu seiner Wiederkunft. Als roter Faden zieht sich die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen hindurch, derer sich der „Messias“ (übersetzt „der Gesalbte“) insbesondere als der gute Hirte mit seiner erlösenden Fürsorglichkeit annimmt.

In der Musik des "Messiah" drückt Händel große Gefühle, wie Trauer, Verzweiflung, Hoffnung und Jubel aus, eingebunden in ein Wechselspiel von Solisten und Chor, der typischerweise für das Oratorium eine zentrale Rolle einnimmt.

Händel hatte es sich zum Vorsatz gemacht, den Erlös der Aufführungen für wohltätige Zwecke zu spenden: Er verstand dieses Oratorium als Opfergabe und Anruf. Einem Bewunderer seiner Musik, der die Schönheit des Werkes rühmte, entgegnete Händel: „My Lord, ich würde bedauern, wenn es meine Zuhörer nur unterhalten würde, ich wünschte, sie besser zu machen".

Plakat Messiah.pdf

_________________________________________________________________________________________________________

Unser Auftritt mit dem Stabat Mater von Johann Gabriel Rheinberger:

 

____________________________________________________________________________________________________________

 

 
Gedanken zur Marienverehrung einst und heute
 
In allen Bereichen der Kunst spielt die Verehrung der Muttergottes eine wichtige Rolle: Ob Malerei, Bildhauerei, Literatur und Musik; alle diese Kunstformen bringen bis heute wunderbare Werke der Marienverehrung hervor, insbesondere von katholisch geprägten Künstlern.
Die Bibel hat Maria wie keinen anderen Menschen gewürdigt. Bei der Verkündigung durch den Engel wird sie „voller Gnade“ genannt. Selbst bei Martin Luther heißt es: „Maria kann nicht genug gelobt werden. Der Lobgesang Mariens dient dazu, von den großen Taten Gottes zu singen, zu stärken unseren Glauben, zu trösten alle Geschwächten“. Der Welt und damit den Menschen Gottes Sohn, Jesus Christus, nahe zu bringen, das war und ist die Bestimmung Marias, der Mutter Gottes auf Erden.
Heute wird Mutter Maria von vielen Christen als ein von Gott auserwählter Mensch gesehen und verehrt. Das Thema Jungfräulichkeit wird als Metapher für die Reinheit des Herzens verstanden. So betrachtet zeigt sie sich als ein Mensch voller Vertrauen in ihre Wahrnehmung der Engelserscheinung, voller Hingabe und Demut, frei von falscher Bescheidenheit. Mit dieser hätte sie den Auftrag Gottes, seinen Sohn auf diese Welt zu bringen, nicht annehmen können. Einzig mit der aufrechten Kraft der Demut hat sie dazu einfach „Ja“ gesagt und sich ganz auf das Wort Gottes eingelassen, das durch den Engel Gabriel zu ihr gebracht wurde.
So gesegnet mit göttlicher Gnade macht sie scheinbar Unmögliches möglich. Dieses unerschütterliche Gottvertrauen hat sie durch ihr Leben, das geprägt war von Armut, Verachtung, Flucht und den so schmerzlichen Verlust des geliebten Sohnes getragen. Darin ist sie uns menschlich nah und über alle Konfessions- und Religionsgrenzen hinweg zugleich Vorbild. Mit ihrem reinen Herzen erfuhr sie Trost und den Segen, Jesus Christus besonders nahe zu sein.
Mutter Maria steht symbolisch für das Urmutter-Prinzip, die reine Mütterlichkeit, spirituell nährend mit Geborgenheit, Fürsorge und Zuversicht, mit Trost, Mitgefühl, Ausdauer, Sanftmut und Schutz. Mit ihrem ausgebreiteten Schutzmantel wird sie häufig dargestellt und mit Dankbarkeit besungen.
Die Beschäftigung mit Maria in der heutigen aufgeklärten Zeit ruft den wachen Menschen auf, Marias Qualitäten in sich zu entwickeln, und es wie sie für möglich zu halten: darauf zu vertrauen, dass das Göttliche im Inneren heran wächst, immer wieder geboren und genährt wird, auf dass es für jeden die ersehnte Erlösung und inneren und äußeren Frieden bringen möge.
Angelica Heder-Loosli

 
DIE MUTTER AUS ALTER ZEIT IST WIEDER ERWACHT UND SITZT VERJÜNGT AUF IHREM THRON. HERRLICHER ALS JE ZUVOR VERKÜNDE SIE DER GANZEN WELT MIT DER STIMME DES FRIEDENS UND DES SEGENS.“
(von Vivekananda, gefunden als Bildinschrift auf einem modernen Marienbild von Peter Engelhardt )
 
Programm
Giovanni Battista Pergolesi (1710 - 1736)
Magnificat Chor und Streicher
1. Magnificat, 6. Gloria
Salve Regina in c-Moll Sopran und Streicher
1.Salve Regina, 4. Et Jesu, 5. O clemens
 
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Sancta Maria KV 273 Chor und Streicher
Alma Dei creatoris KV 277 Soli, Chor und Streicher
Exsultate jubilate KV 165 Sopran und Streicher
2.Satz Andante Tu virginum corona
 
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847)
Ave Maria 8-stimmiger Chor, Tenor und Orgel
 
Josef Gabriel Rheinberger (1839 - 1901)
Salve Regina op. 107/4 Kammerchor
Ave Maria op. 176/9 Kammerchor
Ave maris stella op.171/4 Sopran, Alt und Orgel
Alma Redemptoris Mater op.171/2 Sopran, Alt und Orgel
Ave Maria WoO 7/1 Sopran, Alt und Orgel
Stabat Mater in g op.138 Chor, Orgel und Streicher
1.Stabat Mater, 2.Quis est homo, 3. Eja Mater, 4.Virgo virginum
 
Walther Prokop * 1946
Alma Redemptoris Mater Soli, Kammerchor
Regina caeli Kammerchor
Salve Regina (Uraufführung!) Sopran und Streicher
 
John Rutter * 1945
Of a Rose, a Lovely Rose (aus Magnificat) Chor und Orgel
Mary's Lullaby Sopran, Chor, Orgel, Streicher
 
Karl Jenkins * 1944
And the Mother did weep, Motette 4-Stimmiger Chor und Orgel
 
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)
Wie schön leuchtet der Morgenstern Chor, Orgel und Streicher
Choral zum Fest Mariä Verkündigung, Strophe 1 und 6
 
Pressetext
Die Bibel hat Maria wie keinen anderen Menschen geehrt. Bei der Verkündigung durch den Engel wird sie „voller Gnade“ genannt. Selbst bei Martin Luther heißt es: „Maria kann nicht genug gelobt werden. Der Lobgesang Mariens dient dazu, von den großen Taten Gottes zu singen, zu stärken unseren Glauben, zu trösten alle Geschwächten“. Der Welt und damit den Menschen Gottes Sohn, Jesus Christus, nahe zu bringen, das war und ist die Bestimmung von Maria, der Mutter Gottes auf Erden.
 
Kaum ein Gebet ist so oft vertont worden wie das „Ave Maria“, das „Gegrüßt seist du, Maria“. Viele Komponisten haben sich vom Gruß des Engels Gabriel und von Marias legendärer Antwort, dem „Magnificat“ („Meine Seele erhebt den Herrn“) zu zeitlos schönen Kompositionen inspirieren lassen.
 
Nicht nur die Verkündigung der Inkarnation Jesu, sondern auch sein irdisches Ende haben mit dem „Stabat Mater“ – Text großartige Kompositionen hervorgebracht, voller Mitgefühl für die Mutter, als sie am Kreuz ihres geliebten Sohnes steht. Darüber hinaus lobpreisen weitere bildhafte Gebetsvertonungen Maria als „Himmelskönigin“ („Salve Regina“), als „Meeresstern“ („Ave, maris stella“) oder als nährende Mutter („Alma mater“).
 
Die Werkauswahl unserer Konzerte nimmt den Zuhörer mit auf eine interessante Musik-Reise durch vier Jahrhunderte, im 18.Jahrhundert beginnend mit Werken von Pergolesi und Mozart. Aus dem 19.Jahrhundert stammen die Kompositionen von Mendelssohn Bartholdy und Rheinberger. Rutters Stücke vertreten das 20.Jahrhundert, die von Prokop und Jenkins das 21.Jahrhundert. Mit einem schlicht-feierlichen Choral von J.S. Bach spannt sich der Bogen wieder zurück in die Barock-Zeit.
Eine Besonderheit stellt die Uraufführung des „Salve Regina“ des in der Region beheimateten Komponisten Walther Prokop dar.
 

______________________________________________________________________________________________________________________________

 

 

P r e s s e t e x t
 
Weihnachtskonzert des Wasserburger Bach-Chores
Carl Philipp Emanuel Bach zum 300.Geburtstag
Magnificat – Dankhymne
 
Carl Philipp Emanuel Bach, der zweitälteste Sohn von Johann Sebastian Bach, gehört zu den bedeutendsten Komponisten des 18. Jahrhunderts. Auch wenn sein Vater heute bekannter ist, genoss C.P.E. Bach bei seinen Zeitgenossen ein weitaus höheres Ansehen. J. Haydn, W. A. Mozart und L.van Beethoven galt er als wegweisendes Vorbild. Er ist ein Hauptvertreter der musikalischen Empfindsamkeit – somit derjenigen Stilepoche, die zwischen Barock und der Wiener Klassik einzuordnen ist. C.P.E. Bach entwickelte zunehmend einen ganz eigenen, individuellen Stil, sich vor der Tradition und der Ausbildung seines Vaters verneigend und neue Ideen des Gefühlsausdrucks integrierend: „Aus der Seele muß man spielen und nicht wie ein abgerichteter Vogel.“
Mit der Aufführung von zwei großen Vokalwerken für Soli, Chor und Orchester, das „Magnificat“, ein Frühwerk von 1749 und die „Dankhymne“ ein Spätwerk von 1785 mit dem berühmten doppelchörigen „Heilig“, rundet der Wasserburger Bach-Chor feierlich-festlich das Jubiläumsjahr dieses besonderen, eigenwilligen Komponisten ab.

 

 

Pressetext

DIE SCHÖPFUNG von Joseph Haydn

Das Oratorium für Soli, Chor und Orchester „Die Schöpfung“ gilt als Krönung des
kompositorischen Schaffens von Joseph Haydn. Im Jahre 1798 wurde das Werk mit
sensationellem Erfolg uraufgeführt und zählt bis heute zu den bedeutendsten Werken der
klassischen Musik.
Haydn erzählt die 7-tägige Schöpfungsgeschichte aus einer begeisterten, freudigen Sicht,
mit gewissermaßen kindlich-unschuldigem Staunen, wie es Engel Gabriel in der ersten
Sopranarie formuliert: „mit Staunen sieht das Wunderwerk!“
Charakteristisch für dieses groß angelegte Werk ist das Verweben von Naturschilderungen
- klangmalerisch von Orchester und Solisten ausgedrückt - und hymnischen Chorsätzen.
So fallen dem Chor die Passagen des Gotteslobs in der Rolle der himmlischen
Heerscharen zu, kraftvoll beschwingt und freudig erhaben.
Dazu treten drei Solisten als Erzähler der Schöpfungsgeschichte auf, die in den drei Teilen
zunächst als Erzengel, dann als Betrachter der entstehenden Natur und schließlich als die
neu geschaffenen Menschen fungieren. Besonders im letzten Teil rückt die menschliche
Liebe in ihrer Reinheit, Naturverbundenheit und Dankbarkeit in den Mittelpunkt: es
erklingen friedlich-innige, fast intime Duette zwischen Adam und Eva. Alle Stimmen des
Erdreichs und des Himmels vereinen sich am Schluss zu einem überwältigenden
Jubelchor.

_____________________________________________________________________________________________________________________

Pressetext

"S e h e t ,  w e l c h    e i n e   L i e b e . . ."


Wasserburger Bach-Chor mit Weihnachtskantaten von J. S. Bach

Bevor die bekannten und vertrauten Klänge der 4.Kantate „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“ aus Bachs Weihnachtsoratorium das diesjährige Weihnachtskonzert des Wasserburger Bach-Chores beenden, erklingen drei wunderschöne Weihnachtskantaten, die Johann Sebastian Bach in seiner Zeit als Thomaskantor für die Feiertage nach Heiligabend komponiert hat.

Diese drei Kantaten sind wahre Kostbarkeiten aus Bachs reichem Kantatenschatz, die in unserem Konzertbetrieb oft zu Unrecht im Schatten der großen Passionen und Oratorien, wie z.B. dem berühmten Weihnachtsoratorium stehen.

In ihrer Auswahl und Reihenfolge sind alle vier Kantaten nicht nur chronologisch sinnvoll aufgebaut, sondern auch musikalisch inhaltlich fein aufeinander abgestimmt. Jede Kantate hat ihre eigene Aussage, die sich ganz charakteristisch in allen Farben der Musik darstellt.
 

 


Pressetext:

W.A.Mozart, Große Messe in c-Moll

Aufführungen mit dem Wasserburger Bach-Chor in Attel und Schloßberg

Ob der frisch verheiratete Wolfgang diese Messe - als einzige ganz ohne Auftrag - für seine junge Gemahlin Constanze geschrieben hat oder um seinen Vater zu besänftigen, denn er hatte ja ohne seine Einwilligung geheiratet, darüber werden ebenso Mutmaßungen angestellt wie darüber, dass diese groß angelegte, konzertante Messe letztlich unvollendet blieb.

Mozart vereint in seiner „Großen Messe“ stilistische Freiheit mit großer Ausdruckstiefe. Hier verschmelzen auf glücklichste Weise der Stil des Barock (er hatte zuvor wieder einmal die großen Werke Bachs und Händels studiert) und der Klassik, aber auch geistlicher und weltlicher Stil zu einem Werk, das ganz Mozart und nichts als Mozart ist. Er schuf ein Werk von teilweise berückender Schönheit, teilweise monumentaler Erhabenheit, das seine übrige Kirchenmusik überragt wie ein Dom die anderen Kirchen.

Mit dem Bach-Collegium Wasserburg und einem exzellenten Solistenquartett hat der Wasserburger Bach-Chor bewährte musikalische Partner auf höchstem Niveau, um ergreifende und glückselige musikalische Momente zu bescheren.

______________________________________________________________________________________________

 

 

Pressetext

EUROPÄISCHE WEIHNACHT

Mit einem auch in Deutschland recht bekannten Werk, dem Weihnachtsoratorium („Oratorio de Noël“) des französischen Komponisten Camille Saint Saëns, wird dieses außergewöhnliche Konzert eröffnet. Nach den zarten Klängen (Streicher, Harfe und Orgel) des lyrisch-expressiven Oratoriums, die nur an wenigen Stellen durch dramatische Einschübe unterbrochen sind, singt der Bach-Chor, begleitet von einer Konzertharfe, altenglische Weihnachtslieder, vertont von dem englischen Komponisten Benjamin Britten: „A Ceremony of Carols“. Die Faszination der Carols und die Herausforderung für den Chor ergeben sich aus dem Gegensatz von zarten, zerbrechlichen Passagen und kraftvoll strahlenden Sätzen sowie dem Wechsel lyrischer Melodien mit heiteren, manchmal archaischen Tonfolgen.

Der italienische Komponist Ottorino Respighi ergreift die Zuhörer mit seiner Weihnachtskantate „Lauda per la Natività del Signore“ mit warmen, sizilianisch gefärbten, pastoralen Klängen. Es erklingen Chöre von jubilierenden Engeln und erschrockenen Hirten, die soeben von der Geburt Jesu erfahren haben, instrumental begleitet von sechs Holzbläsern. Das ausdrucksvolle Werk - durchdrungen von Stilmitteln des 16./17. Jahrhunderts - ist wie aus einem Guss geschaffen.

Zum Abschluss erklingt die Choralkantate „Vom Himmel hoch“ des deutschen (bayerischen) Komponisten Max Reger, in einer gekürzten und leicht bearbeiteten Fassung. Dem in der Oberpfalz als Katholik aufgewachsenen Reger war schon als junger Organist die Qualität der protestantischen Choräle bewusst: „Die Protestanten wissen nicht, was sie an ihrem Chorale haben!“

Durch das Programm führt der Schulmusiker und Komponist aus Gars Walther Prokop mit kurzen informativen Werkeinführungen.