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unser letztes Konzert:

Magnificat im spannenden Doppelpack

Wasserburger Bach-Chor singt Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann

Der Wasserburger Bach-Chor in der Kirche St. Georg in Schloßberg.        Foto Gartner © OVB  03.01.2018

VON WALTHER PROKOP

Stephanskirchen – Der Wasserburger Bach-Chor pflegt ein breitgefächertes Repertoire.

Dafür sorgt mit Augenmaß und leidenschaftlicher Neugier auch auf unbekanntere Werke die Leiterin Angelica Heder-Loosli. Das Jahresabschlusskonzert im Wasserburger Rathaussaal und in der reich geschmückten Kirche St. Georg in Schloßberg stellte nun die beiden Magnificat-Vertonungen von Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach im Doppelpack gegenüber.

Telemanns Name ist zwar berühmt, aber wer verbindet mit diesem Namen auch nur ein einziges signifikantes Werk oder wenigstens ein griffiges Motiv? Schnell wurde dem Hörer klar, dass die Aufführung des Telemann-Opus alles andere als nur eine verdienstvolle Ausgrabung bedeutet. Ein höchst eigenständiger Großmeister hat mit dieser Musik eine prächtige Visitenkarte abgegeben!

Zur Einstimmung vor den großen Chorwerken konnte sich das „Bach-Collegium Wasserburg“ mit reinen Instrumentalwerken extra profilieren: In Telemanns Konzert D-Dur wetteiferten die Solisten Marija Hackl (Violine), Birgit Saßmannshaus (Cello) und Christoph Eisert (Trompete) mit viel Sinn für Eleganz, Delikatesse und nobler Virtuosität. Speziell der langsame Satz wurde ein Glanzpunkt: Die weit ausschwingenden Melodiebögen hielt Marija Hackl mit feinstem Bogenstrich unter Spannung. Ähnliches erlebte das Publikum in der berühmten „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3 von Bach: Angelica Heder-Loosli nahm die Komposition sehr langsam, sehr leise und zart, die Streicher sparten mit Vibrato – diese „Air“ schien frisch dem Jungbrunnen entstiegen zu sein.

„Meine Seele erhebt den Herrn“, so beginnt der deutsche Text des lateinischen „Magnificat anima mea Dominum“. Beide Fassungen suggerieren sprachlich eine schwebende Leichtigkeit, die sich auch auf die Musik und auf die Sänger übertrug.

Den zahlenmäßig erfreulich großen Bach-Chor erlebte man gleichsam als Kammerensemble: Schlanke, durchsichtige Mehrstimmigkeit, glasklare Akkorde und eine doch in allen Höhen und Tiefen durchgehaltene sinnenfreudige Klanglichkeit – der Chor sang nicht nur richtige Noten, sondern vor allem lebensvolle Töne!

Was dem Chor recht, war den Solisten billig. Die beim Bach-Chor als Gast vertraute Sopranistin Priska Eser bestach durch die überlegene Vornehmheit ihrer Gestaltung. Suggestiv und mit warmer, fülliger Stimme hielt die Altistin Kerstin Rosenfeldt die Hörer in Bann. Der kraftvoll-geschmeidige Tenor Andreas Hirtreiter war kurzfristig für den erkrankten Viktor Schiering eingesprungen. Kein Lückenbüßer, sondern ein erfahrener, klug deklamierender Könner war da am löblichen Werk. Des Bassisten Thomas Hamberger ganz persönliches Timbre ließ die Worte unmittelbar verständlich werden, egal ob auf Deutsch oder Latein. Der geradezu lyrische Abschnitt „Suscepit Israel“ wurde im Terzett von Sopran, Alt und der Mezzosopranistin Almut Czech fein ziseliert und innig gesungen. Im Gegensatz dazu stand das von Andreas Hirtreiter machtvoll verkündete „Deposuit potentes“.

Der Wasserburger Bach-Chor unter der künstlerisch unerbittlichen Leitung Angelica Heder-Looslis hat die ersten 30 Jahre des Bestehens bravourös überstanden und wurde 2016 mit dem Kulturpreis des Landkreises dekoriert. Mit am Erfolg beteiligt sind auch die vorzüglichen Instrumentalisten, seien es die zuverlässigen Musiker des Basso continuo mit Thomas Pfeiffer (Orgel) und Thomas Laar (Kontrabaß) oder die Holzbläser, die den Arien den besonderen Schmelz verleihen.

Mit Vehemenz, Elan und nicht nachlassender stimmlicher Feinarbeit steuert der Bach-Chor mit vollen Segeln in die nächste Dekade.

Georg Philipp Telemann (1681 - 1767)
zum Gedenken an seinen 250. Todestag

Konzert D-Dur  Vivace - Adagio - Allegro für Violine, Violoncello, Trompete und Streicher  
Deutsches Magnificat - Meine Seele erhebt den Herrn
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Orchestersuite Nr. 3 D-Dur  Ouverture - Air - Gigue
Meine Seel erhebt den Herrn BWV 10    Nr.1 Chorus und Nr. 7 Choral
Magnificat BWV 243
Mitwirkende Solisten:
Priska Eser, Sopran
Almut Cech, Mezzosopran
Kerstin Rosenfeldt, Alt
Andreas Hirtreiter, Tenor
Thomas Hamberger, Bass
 
Alice Guinet, Barbara Schiöberg, Flöte
Christelle Lecointe, Inga Däubner, Oboe
Christoph Eisert, Andrea Christoph, Konrad Müller, Trompete
Alexander Jung, Pauke
 
Marija Hackl, Violine
Birgit Saßmannshaus, Violoncello
Thomas Laar, Kontrabass
Thomas PfeifferOrgel
 
Bach-Collegium Wasserburg
Wasserburger Bach-Chor
Leitung: Angelica Heder-Loosli

 

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 Foto Gartner

Mit reinen Klängen und pulsierendem Metrum für den Frieden

Ein Ereignis hielt den Wasserburger Bach-Chor unter der Leitung von Angelica Heder-Loosli sowie auch die interessierten Wasserburger schon im Vorfeld in Bann: Das moderne Oratorium „The Peacemakers“ des Waliser Komponisten Karl Jenkins.
 
Und wie schafften die Sängerinnen und Sänger die neue Aufgabe? Ohne Scheu vor Ungewohntem machten sie sich an die Arbeit, ja, sie saugten die keltisch-walisische Urmusikalität des Komponisten geradezu in sich auf, wiegten sich in den herben und doch eingängigen Harmonien. Der über die Region hinaus berühmte Kinderchor, die "Haager Spatzen" war von Zsuzsanna Karolyi-Philippzig famos einstudiert. Die Kinder sangen rein und klar mit einer bewundernswerten Intensität und wirklich zu Herzen gehend! Sie waren eine wunderschöne Ergänzung zum Bach-Chor, dessen homogene und sonore Kraft auch in der Riesenkirche unmittelbar spürbar wurde. So gewann die Musik die notwendige Tiefenschärfe und zusätzliches klangliches Profil!
 
Ein Concerto grosso des Komponisten, ein Benedictus für Mezzosopran (Luitgard Hamberger), ein wuchtiges Orgelstück auf elektronischem Instrument (Thomas Pfeiffer diesmal mit virtuos vorgetragenem Solo!) waren bestens geeignet zur Einführung in den vielseitigen Kompositionsstil von Karl Jenkins.
 
Letzteres war wohl das Novum dieses Abends: die Charakteristik, die Eigenmerkmale des Kompositionsstils. Karl Jenkins weiß sich als Allroundmusiker sichtlich in allen Stilrichtungen zu Hause. Aber seine musikalische Herkunft unter anderem aus Jazz und Rock bringt es mit sich, dass ein pulsierendes Metrum sein Markenzeichen wurde, ja dessen oft ostinate Wiederholung geradezu ins Mark geht. Und da kann es sich Jenkins leisten, auch Anleihen in alten Stilen zu nehmen, ohne dass dies je verstaubt klingt. Harmonische Wendungen erinnern an die Beatles, die Wucht der Metrik, die Eleganz des Rhythmischen, lassen Leonard Bernsteins Musik durchklingen. Schon beim ersten Anhören der „Peacemakers“ kommen all diese Elemente zum Tragen: Archaische Kraft, Ruhephasen, Aufbruch. Und am Schluss erfuhren die eindringlich vertonten Friedensbotschaften der einzelnen Friedensstifter eine hymnischer Kraft mit großem Glanz.
 
Dass es bei diesem Konzert nicht nur um ein musikalisch-künstlerisches Anliegen ging, sondern ebenso um eine "Botschaft", war bei allen Mitwirkenden spürbar und sichtbar - daher ja auch die besondere, "Zeichen setzende" Kleidung ganz in weiß.
 
Dieses Werk schlüssig zu gestalten, war ein großes Verdienst der Interpreten. Es wurde souverän und authentisch gemeistert! Dazu trug auch bei, dass Luitgard Hamberger mit ihrer Stimme, gesungen und gesprochen, den epischen Charakter des Oratoriums unterstützte und untermalte. Die Ansage der Texte bremste nicht den Ablauf, sie verlieh vielmehr Struktur in stetigem Innehalten für den Zuhörer. Nicht zuletzt leuchtete Luitgard Hambergers naturhaftes Timbre, jetzt auch in Sopran-naher Lage, so wie wir sie seit jeher kennen.
 
Die Flötistin Barbara Schiöberg mit ihrem engelhaften Spiel auf verschiedenen Flöten, der brilliant improvisierende Sopran-Saxophonist Robert v.Siemens, die präzise agierenden Perkussionisten unter Anno Kesting und Anna Emmersbergers warmherzig klingender E-Bass hatten eine wertvolle künstlerische Aufgabe als wesentliche Ingredienzien dieses Werkes. Mit bravourösen Solo-Einlagen war Rainer Heilmann zu hören, in der Rosenheimer Musikwelt bekannt als Dirigent der „Arche“ und Konzertmeister des klanglich und rhythmisch differenziert spielenden Bach-Collegiums.
 
Mit einem wohliger Nachklang im Ohr, welcher die Erinnerung an den vielstimmigen Gesang der Chöre weit in die Nacht hin wachhielt, konnte man friedlich nach Hause gehen, nicht ohne vorher Begeisterung und Dankbarkeit in den lang anhaltenden Applaus einfließen zu lassen.
 
Diese Konzertbesprechung ist eine Zusammenfassung aus Texten von Robert Engl (OVB) und Walther Prokop (E-Mail), fachlich editiert von Angelica Heder-Loosli
 
hier der Text zum downloaden und /oder ausdrucken: Konzertnachlese.pdf

 

Karl Jenkins

THE PEACEMAKERS

 "Friedensoratorium" für Solo, Kinderchor, Chor und Orchester

 

Samstag 13.Mai 2017, 20 Uhr

Wasserburger Rathaussaal

 

Sonntag 14.Mai 2017, 20 Uhr

Christkönigkirche Rosenheim

 

Luitgard Hamberger, Mezzo
Barbara Schiöberg, Flöte
Robert von Siemens, Saxophon
Rainer Heilmann, Violine
Anna Emmersberger, Gitarre,
Anno Kesting und Co., Perkussion
Thomas Pfeiffer, Orgel
 
Kinderchor Haager Spatzen,
     Einstudierung Zsuzsanna Károlyi-Philippzig
Bach-Collegium Wasserburg,
     Konzertmeister Rainer Heilmann
 
Wasserburger Bach-Chor
 
Leitung: Angelica Heder-Loosli

Plakat.jpg

Pressetext
Mit der Neueinstudierung des Friedensoratoriums „THE PEACEMAKERS“ (Die Friedensstifter) für Soli, Kinderchor, Chor und Orchester des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins betritt der Bach-Chor musikalisches Neuland, denn dieses Werk entstand erst 2011 und wurde ein Jahr später unter der Leitung des Komponisten in der Carnegie Hall, New York, uraufgeführt. Die deutsche Erstaufführung veranstaltete 2013 der Würzburger Bach-Chor.
Gerade auch als Kulturpreisträger des Landkreises ist es dem Chor und seiner Leiterin Angelica Heder-Loosli ein zentrales Anliegen, immer wieder auch neue, nicht so bekannte Werke als interessante Kostbarkeiten der Chorliteratur zu erarbeiten und dem Publikum nahe zu bringen.
Wer aus dem Jahrgang des Komponisten (* 1944) auf schräge Klänge schließt, wird porsitiv überrascht sein. Jenkins ist britischer Tradition verpflichtet: Wie Elgar, Holst, Vaughan Williams oder Rutter komponiert auch Jenkins tonal. Ja, seine eingängigen Melodien können sogar zu „Ohrwürmern“ werden. Schließlich ist er einer der am häufigsten aufgeführten Komponisten der Gegenwart.
Das Besondere an dem Klangzauberer aus Wales ist, dass er in den letzten Jahren durch engagierte und erfolgreiche Crossover-Projekte aufhorchen ließ, die sowohl die Grenzen von Musikstilen als auch religiöse Grenzen überschreiten und dadurch verbinden.
So auch in „The Peacemakers“: Texte von und über die Friedensstifter Mahatma Gandhi, Nelson Mandela, Franz von Assisi, Martin Luther King, Dalai Lama u.a.m. stehen neben biblischen Aussagen und werden durch eindrückliche Klanggemälde zu einer ausdrucksstarken Vision einer friedvollen Welt: Er lässt die Verbrüderung der Menschen rund um die Welt für einen Moment wahr werden.
Text mit Übersetzung ins Deutsche: Peacemakers Übersetzung.pdf

 

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Pressetext

Konzert des Wasserburger Bach-Chores zur Weihnachtszeit und zum Jahresausklang

Händels „MESSIAH“ in Wasserburg

Wer kennt nicht das große „Halleluja“ aus dem „Messiah“ von Georg Friedrich Händel? In Amerika und in vielen asiatischen Ländern ist es genau so bekannt wie in Europa.

Der ursprünglich aus Halle stammende, später in England beheimatete Komponist hatte sich nach einer schweren beruflichen und gesundheitlichen Krise dem Oratorium zugewandt. Als er 1741 von C. Jennens einige Bibelstellen aus dem Alten Testament zugeschickt bekam, beflügelten sie den Musiker derart, dass er das Werk in nur 24 Tagen komponierte. Im folgenden Jahr wurde das Werk mit großem Erfolg in Dublin uraufgeführt.

Das Oratorium hat keine Handlung im engeren Sinn - man erfährt wenig Konkretes über Jesu Leben, Wirken und Sterben wie im Neuen Testament niedergeschrieben. Der Text will zeigen, dass Jesus der "Messias" im Sinne der Voraussagen der Propheten ist. Darin wird der Weg des Erlösers beschrieben: von seiner Ankündigung, seiner Geburt, seinem Sterben und Auferstehen bis hin zu seiner Wiederkunft. Als roter Faden zieht sich die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen hindurch, derer sich der „Messias“ (übersetzt „der Gesalbte“) insbesondere als der gute Hirte mit seiner erlösenden Fürsorglichkeit annimmt.

In der Musik des "Messiah" drückt Händel große Gefühle, wie Trauer, Verzweiflung, Hoffnung und Jubel aus, eingebunden in ein Wechselspiel von Solisten und Chor, der typischerweise für das Oratorium eine zentrale Rolle einnimmt.

Händel hatte es sich zum Vorsatz gemacht, den Erlös der Aufführungen für wohltätige Zwecke zu spenden: Er verstand dieses Oratorium als Opfergabe und Anruf. Einem Bewunderer seiner Musik, der die Schönheit des Werkes rühmte, entgegnete Händel: „My Lord, ich würde bedauern, wenn es meine Zuhörer nur unterhalten würde, ich wünschte, sie besser zu machen".

Plakat Messiah.pdf

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Unser Auftritt mit dem Stabat Mater von Johann Gabriel Rheinberger:

 

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Gedanken zur Marienverehrung einst und heute
 
In allen Bereichen der Kunst spielt die Verehrung der Muttergottes eine wichtige Rolle: Ob Malerei, Bildhauerei, Literatur und Musik; alle diese Kunstformen bringen bis heute wunderbare Werke der Marienverehrung hervor, insbesondere von katholisch geprägten Künstlern.
Die Bibel hat Maria wie keinen anderen Menschen gewürdigt. Bei der Verkündigung durch den Engel wird sie „voller Gnade“ genannt. Selbst bei Martin Luther heißt es: „Maria kann nicht genug gelobt werden. Der Lobgesang Mariens dient dazu, von den großen Taten Gottes zu singen, zu stärken unseren Glauben, zu trösten alle Geschwächten“. Der Welt und damit den Menschen Gottes Sohn, Jesus Christus, nahe zu bringen, das war und ist die Bestimmung Marias, der Mutter Gottes auf Erden.
Heute wird Mutter Maria von vielen Christen als ein von Gott auserwählter Mensch gesehen und verehrt. Das Thema Jungfräulichkeit wird als Metapher für die Reinheit des Herzens verstanden. So betrachtet zeigt sie sich als ein Mensch voller Vertrauen in ihre Wahrnehmung der Engelserscheinung, voller Hingabe und Demut, frei von falscher Bescheidenheit. Mit dieser hätte sie den Auftrag Gottes, seinen Sohn auf diese Welt zu bringen, nicht annehmen können. Einzig mit der aufrechten Kraft der Demut hat sie dazu einfach „Ja“ gesagt und sich ganz auf das Wort Gottes eingelassen, das durch den Engel Gabriel zu ihr gebracht wurde.
So gesegnet mit göttlicher Gnade macht sie scheinbar Unmögliches möglich. Dieses unerschütterliche Gottvertrauen hat sie durch ihr Leben, das geprägt war von Armut, Verachtung, Flucht und den so schmerzlichen Verlust des geliebten Sohnes getragen. Darin ist sie uns menschlich nah und über alle Konfessions- und Religionsgrenzen hinweg zugleich Vorbild. Mit ihrem reinen Herzen erfuhr sie Trost und den Segen, Jesus Christus besonders nahe zu sein.
Mutter Maria steht symbolisch für das Urmutter-Prinzip, die reine Mütterlichkeit, spirituell nährend mit Geborgenheit, Fürsorge und Zuversicht, mit Trost, Mitgefühl, Ausdauer, Sanftmut und Schutz. Mit ihrem ausgebreiteten Schutzmantel wird sie häufig dargestellt und mit Dankbarkeit besungen.
Die Beschäftigung mit Maria in der heutigen aufgeklärten Zeit ruft den wachen Menschen auf, Marias Qualitäten in sich zu entwickeln, und es wie sie für möglich zu halten: darauf zu vertrauen, dass das Göttliche im Inneren heran wächst, immer wieder geboren und genährt wird, auf dass es für jeden die ersehnte Erlösung und inneren und äußeren Frieden bringen möge.
Angelica Heder-Loosli

 
DIE MUTTER AUS ALTER ZEIT IST WIEDER ERWACHT UND SITZT VERJÜNGT AUF IHREM THRON. HERRLICHER ALS JE ZUVOR VERKÜNDE SIE DER GANZEN WELT MIT DER STIMME DES FRIEDENS UND DES SEGENS.“
(von Vivekananda, gefunden als Bildinschrift auf einem modernen Marienbild von Peter Engelhardt )
 
Programm
Giovanni Battista Pergolesi (1710 - 1736)
Magnificat Chor und Streicher
1. Magnificat, 6. Gloria
Salve Regina in c-Moll Sopran und Streicher
1.Salve Regina, 4. Et Jesu, 5. O clemens
 
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Sancta Maria KV 273 Chor und Streicher
Alma Dei creatoris KV 277 Soli, Chor und Streicher
Exsultate jubilate KV 165 Sopran und Streicher
2.Satz Andante Tu virginum corona
 
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847)
Ave Maria 8-stimmiger Chor, Tenor und Orgel
 
Josef Gabriel Rheinberger (1839 - 1901)
Salve Regina op. 107/4 Kammerchor
Ave Maria op. 176/9 Kammerchor
Ave maris stella op.171/4 Sopran, Alt und Orgel
Alma Redemptoris Mater op.171/2 Sopran, Alt und Orgel
Ave Maria WoO 7/1 Sopran, Alt und Orgel
Stabat Mater in g op.138 Chor, Orgel und Streicher
1.Stabat Mater, 2.Quis est homo, 3. Eja Mater, 4.Virgo virginum
 
Walther Prokop * 1946
Alma Redemptoris Mater Soli, Kammerchor
Regina caeli Kammerchor
Salve Regina (Uraufführung!) Sopran und Streicher
 
John Rutter * 1945
Of a Rose, a Lovely Rose (aus Magnificat) Chor und Orgel
Mary's Lullaby Sopran, Chor, Orgel, Streicher
 
Karl Jenkins * 1944
And the Mother did weep, Motette 4-Stimmiger Chor und Orgel
 
Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)
Wie schön leuchtet der Morgenstern Chor, Orgel und Streicher
Choral zum Fest Mariä Verkündigung, Strophe 1 und 6
 
Pressetext
Die Bibel hat Maria wie keinen anderen Menschen geehrt. Bei der Verkündigung durch den Engel wird sie „voller Gnade“ genannt. Selbst bei Martin Luther heißt es: „Maria kann nicht genug gelobt werden. Der Lobgesang Mariens dient dazu, von den großen Taten Gottes zu singen, zu stärken unseren Glauben, zu trösten alle Geschwächten“. Der Welt und damit den Menschen Gottes Sohn, Jesus Christus, nahe zu bringen, das war und ist die Bestimmung von Maria, der Mutter Gottes auf Erden.
 
Kaum ein Gebet ist so oft vertont worden wie das „Ave Maria“, das „Gegrüßt seist du, Maria“. Viele Komponisten haben sich vom Gruß des Engels Gabriel und von Marias legendärer Antwort, dem „Magnificat“ („Meine Seele erhebt den Herrn“) zu zeitlos schönen Kompositionen inspirieren lassen.
 
Nicht nur die Verkündigung der Inkarnation Jesu, sondern auch sein irdisches Ende haben mit dem „Stabat Mater“ – Text großartige Kompositionen hervorgebracht, voller Mitgefühl für die Mutter, als sie am Kreuz ihres geliebten Sohnes steht. Darüber hinaus lobpreisen weitere bildhafte Gebetsvertonungen Maria als „Himmelskönigin“ („Salve Regina“), als „Meeresstern“ („Ave, maris stella“) oder als nährende Mutter („Alma mater“).
 
Die Werkauswahl unserer Konzerte nimmt den Zuhörer mit auf eine interessante Musik-Reise durch vier Jahrhunderte, im 18.Jahrhundert beginnend mit Werken von Pergolesi und Mozart. Aus dem 19.Jahrhundert stammen die Kompositionen von Mendelssohn Bartholdy und Rheinberger. Rutters Stücke vertreten das 20.Jahrhundert, die von Prokop und Jenkins das 21.Jahrhundert. Mit einem schlicht-feierlichen Choral von J.S. Bach spannt sich der Bogen wieder zurück in die Barock-Zeit.
Eine Besonderheit stellt die Uraufführung des „Salve Regina“ des in der Region beheimateten Komponisten Walther Prokop dar.
 

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P r e s s e t e x t
 
Weihnachtskonzert des Wasserburger Bach-Chores
Carl Philipp Emanuel Bach zum 300.Geburtstag
Magnificat – Dankhymne
 
Carl Philipp Emanuel Bach, der zweitälteste Sohn von Johann Sebastian Bach, gehört zu den bedeutendsten Komponisten des 18. Jahrhunderts. Auch wenn sein Vater heute bekannter ist, genoss C.P.E. Bach bei seinen Zeitgenossen ein weitaus höheres Ansehen. J. Haydn, W. A. Mozart und L.van Beethoven galt er als wegweisendes Vorbild. Er ist ein Hauptvertreter der musikalischen Empfindsamkeit – somit derjenigen Stilepoche, die zwischen Barock und der Wiener Klassik einzuordnen ist. C.P.E. Bach entwickelte zunehmend einen ganz eigenen, individuellen Stil, sich vor der Tradition und der Ausbildung seines Vaters verneigend und neue Ideen des Gefühlsausdrucks integrierend: „Aus der Seele muß man spielen und nicht wie ein abgerichteter Vogel.“
Mit der Aufführung von zwei großen Vokalwerken für Soli, Chor und Orchester, das „Magnificat“, ein Frühwerk von 1749 und die „Dankhymne“ ein Spätwerk von 1785 mit dem berühmten doppelchörigen „Heilig“, rundet der Wasserburger Bach-Chor feierlich-festlich das Jubiläumsjahr dieses besonderen, eigenwilligen Komponisten ab.

 

 

Pressetext

DIE SCHÖPFUNG von Joseph Haydn

Das Oratorium für Soli, Chor und Orchester „Die Schöpfung“ gilt als Krönung des
kompositorischen Schaffens von Joseph Haydn. Im Jahre 1798 wurde das Werk mit
sensationellem Erfolg uraufgeführt und zählt bis heute zu den bedeutendsten Werken der
klassischen Musik.
Haydn erzählt die 7-tägige Schöpfungsgeschichte aus einer begeisterten, freudigen Sicht,
mit gewissermaßen kindlich-unschuldigem Staunen, wie es Engel Gabriel in der ersten
Sopranarie formuliert: „mit Staunen sieht das Wunderwerk!“
Charakteristisch für dieses groß angelegte Werk ist das Verweben von Naturschilderungen
- klangmalerisch von Orchester und Solisten ausgedrückt - und hymnischen Chorsätzen.
So fallen dem Chor die Passagen des Gotteslobs in der Rolle der himmlischen
Heerscharen zu, kraftvoll beschwingt und freudig erhaben.
Dazu treten drei Solisten als Erzähler der Schöpfungsgeschichte auf, die in den drei Teilen
zunächst als Erzengel, dann als Betrachter der entstehenden Natur und schließlich als die
neu geschaffenen Menschen fungieren. Besonders im letzten Teil rückt die menschliche
Liebe in ihrer Reinheit, Naturverbundenheit und Dankbarkeit in den Mittelpunkt: es
erklingen friedlich-innige, fast intime Duette zwischen Adam und Eva. Alle Stimmen des
Erdreichs und des Himmels vereinen sich am Schluss zu einem überwältigenden
Jubelchor.

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Pressetext

"S e h e t ,  w e l c h    e i n e   L i e b e . . ."


Wasserburger Bach-Chor mit Weihnachtskantaten von J. S. Bach

Bevor die bekannten und vertrauten Klänge der 4.Kantate „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“ aus Bachs Weihnachtsoratorium das diesjährige Weihnachtskonzert des Wasserburger Bach-Chores beenden, erklingen drei wunderschöne Weihnachtskantaten, die Johann Sebastian Bach in seiner Zeit als Thomaskantor für die Feiertage nach Heiligabend komponiert hat.

Diese drei Kantaten sind wahre Kostbarkeiten aus Bachs reichem Kantatenschatz, die in unserem Konzertbetrieb oft zu Unrecht im Schatten der großen Passionen und Oratorien, wie z.B. dem berühmten Weihnachtsoratorium stehen.

In ihrer Auswahl und Reihenfolge sind alle vier Kantaten nicht nur chronologisch sinnvoll aufgebaut, sondern auch musikalisch inhaltlich fein aufeinander abgestimmt. Jede Kantate hat ihre eigene Aussage, die sich ganz charakteristisch in allen Farben der Musik darstellt.
 

 


Pressetext:

W.A.Mozart, Große Messe in c-Moll

Aufführungen mit dem Wasserburger Bach-Chor in Attel und Schloßberg

Ob der frisch verheiratete Wolfgang diese Messe - als einzige ganz ohne Auftrag - für seine junge Gemahlin Constanze geschrieben hat oder um seinen Vater zu besänftigen, denn er hatte ja ohne seine Einwilligung geheiratet, darüber werden ebenso Mutmaßungen angestellt wie darüber, dass diese groß angelegte, konzertante Messe letztlich unvollendet blieb.

Mozart vereint in seiner „Großen Messe“ stilistische Freiheit mit großer Ausdruckstiefe. Hier verschmelzen auf glücklichste Weise der Stil des Barock (er hatte zuvor wieder einmal die großen Werke Bachs und Händels studiert) und der Klassik, aber auch geistlicher und weltlicher Stil zu einem Werk, das ganz Mozart und nichts als Mozart ist. Er schuf ein Werk von teilweise berückender Schönheit, teilweise monumentaler Erhabenheit, das seine übrige Kirchenmusik überragt wie ein Dom die anderen Kirchen.

Mit dem Bach-Collegium Wasserburg und einem exzellenten Solistenquartett hat der Wasserburger Bach-Chor bewährte musikalische Partner auf höchstem Niveau, um ergreifende und glückselige musikalische Momente zu bescheren.

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Pressetext

EUROPÄISCHE WEIHNACHT

Mit einem auch in Deutschland recht bekannten Werk, dem Weihnachtsoratorium („Oratorio de Noël“) des französischen Komponisten Camille Saint Saëns, wird dieses außergewöhnliche Konzert eröffnet. Nach den zarten Klängen (Streicher, Harfe und Orgel) des lyrisch-expressiven Oratoriums, die nur an wenigen Stellen durch dramatische Einschübe unterbrochen sind, singt der Bach-Chor, begleitet von einer Konzertharfe, altenglische Weihnachtslieder, vertont von dem englischen Komponisten Benjamin Britten: „A Ceremony of Carols“. Die Faszination der Carols und die Herausforderung für den Chor ergeben sich aus dem Gegensatz von zarten, zerbrechlichen Passagen und kraftvoll strahlenden Sätzen sowie dem Wechsel lyrischer Melodien mit heiteren, manchmal archaischen Tonfolgen.

Der italienische Komponist Ottorino Respighi ergreift die Zuhörer mit seiner Weihnachtskantate „Lauda per la Natività del Signore“ mit warmen, sizilianisch gefärbten, pastoralen Klängen. Es erklingen Chöre von jubilierenden Engeln und erschrockenen Hirten, die soeben von der Geburt Jesu erfahren haben, instrumental begleitet von sechs Holzbläsern. Das ausdrucksvolle Werk - durchdrungen von Stilmitteln des 16./17. Jahrhunderts - ist wie aus einem Guss geschaffen.

Zum Abschluss erklingt die Choralkantate „Vom Himmel hoch“ des deutschen (bayerischen) Komponisten Max Reger, in einer gekürzten und leicht bearbeiteten Fassung. Dem in der Oberpfalz als Katholik aufgewachsenen Reger war schon als junger Organist die Qualität der protestantischen Choräle bewusst: „Die Protestanten wissen nicht, was sie an ihrem Chorale haben!“

Durch das Programm führt der Schulmusiker und Komponist aus Gars Walther Prokop mit kurzen informativen Werkeinführungen.

 

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Pressetext

Kommt, eilet und laufet ..."

Für den wahrhaft gläubigen Christen endet das Leben Jesu nicht mit seinem Tod am Kreuz, und so führen wir mit diesem Konzert folgerichtig nach der Matthäuspassion im letzten Jahr die Vertonung der biblischen Geschichten von der Auferstehung, dem Gang nach Emmaus und der Himmelfahrt fort.
Dass die Passionen Bachs wesentlich bekannter sind, liegt möglicherweise darin begründet, dass uns Menschen hier auf Erden die Leidensgeschichte Jesu näher und nachvollziehbarer ist als die transzendenten, ja mystischen Erzählungen vom leeren Grab, von Erscheinungen des Engels oder von Jesus Christus im verklärten Leib und von seiner leibhaftigen Auffahrt in den Himmel. Das ist wohl für den rationalen Verstand nicht greifbar und dennoch zentrale Botschaft des Christentums. Wie ist es doch wunderbar, dass die Musik Verstand und Gefühl zu vereinen vermag!
Wir haben in Anlehnung an das bekannte und beliebte Weihnachtsoratorium diese drei Kantaten aus dem Osterfestkreis, der ja bis Pfingsten reicht, ausgewählt, sodass ein ähnlicher Aufbau wie einem großen übergeordneten Osteroratorium entspricht. Die beiden Eck-Werke, Oster- und Himmelfahrtsoratorium erklingen prächtig in festlichem Glanz. Drei Trompeten und Pauken, ein Querflöten- und Oboenpaar, dazu die Streicher bestimmen wie in den Teilen I und III des Weihnachtsoratoriums das Klangbild. Wie in Teil II mit der berühmten und berührenden Hirtenmusik haben wir bei der mittleren Kantate BWV Nr. 6 „Bleib bei uns“ einen Oboenchor, der uns klanglich eher nach innen führt, in die Verarbeitung des Ostergeschehens beim Gang der Jünger nach Emmaus, als Jesus ihnen erscheint, sie begleitet und den sie dann bitten zu bleiben („Bleib bei uns“).
Alle drei Kantaten stehen den großen Werken dieses großartigen Meisters Bach in nichts nach.

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 Pressetext

Feuriger Prophet – verzweifelter Mensch

1846, nur ein Jahr vor seinem frühen Tod erzielte Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) mit seinem Oratorium „Elias" einen Erfolg, der ihn bis heute zu einem der beliebtesten Oratorienkomponisten gemacht hat. Die Uraufführung des „Elias“ in Birmingham hatte einen solch großen Eindruck gemacht, dass er im folgenden Jahr auch mehrmals in London und anderen Städten aufgeführt wurde.

Auch in Deutschland hatte man von dem Oratorium und seinem großen Erfolg in England gehört; und alsbald wollten viele Chorvereine den „Elias“ proben und aufführen. Mendelssohn erhielt zahlreiche Angebote, die Aufführung seines Werkes persönlich zu leiten. Die deutsche Erstaufführung des „Elias“ fand dann am 9. Oktober 1847 in Hamburg statt – zu diesem Zeitpunkt war Mendelssohn jedoch bereits schwer krank und konnte nicht teilnehmen.

Die deutsche Fassung hat er also nicht mehr gehört.

Der Elias gilt als Meilenstein in Mendelssohns kompo-sitorischem Schaffen und als Höhepunkt der Oratorienliteratur des 19. Jahrhunderts. Von packender Dramatik und gleichzeitig von einer Innigkeit des Gottvertrauens, wie sie zu Mendelssohns Lebzeiten durchaus nicht mehr selbstverständlich war, bietet dieses Oratorium den Aufführenden eine Vielzahl an musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten.

Der alttestamentliche Bibeltext wird recht genau übernommen: in begleiteten Rezitativen, den stimmungsvollen Arien, sowie in den großen, packenden und ergreifenden Chorsätzen, begleitet von einem symphonischen Orchester. Um die Dramatik zu steigern legt Mendelssohn den Text zum Teil in Dialogen an und kommentiert ihn zusätzlich aus den Prophetenbüchern und den Psalmentexten.

Dadurch entsteht ein biblisches Drama, das insbesondere von seinem großen Spannungsfeld lebt: die Größe des Propheten Elias, seine übermenschliche Kampfeskraft und das Demonstrieren der durch ihn wirkenden Gottesmacht einerseits, und andererseits die tiefe Erschöpfung des Menschen Elias, seine bittere Enttäuschung, sein Klagen und Hadern, was ihn schließlich demütig werden lässt. Hingegeben an die göttliche Führung erfährt er seine Läuterung in der direkten Gotteserfahrung. Seine Verdienste um den rechten Gottesglauben würdigend wird er am Ende seines Lebens in einem „feurigen Wagen, mit feurigen Rossen“ in den Himmel aufgenommen.

Zum Schluss des Oratoriums spannt der Komponist ganz bewusst noch den Bogen zur verheißungsvollen Ankunft des Messias, hin zum Neuen Testament.

 

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Zeitungsinterview vom 12.April 2011 im OVB:  Interview OVB.pdf

Pressetext:

Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen“

Bachs Matthäuspassion mit dem Wasserburger Bach-Chor

Im Bachschen Familienkreis wurde von der Matthäuspassion gemeinhin als der „Großen Passion“ gesprochen. Diese monumentalste aller Kompositionen des Thomaskantors J.S.Bach schildert die Leidensgeschichte Jesu, wie sie im 26. und 27. Kapitel des Matthäus-Evangeliums zu lesen ist. Von einem tiefen christlichen Glauben zeugend wurde die Matthäuspassion zur besonderen Gestaltung des Vespergottesdienstes am Karfreitag 1727 in der Leipziger Thomaskirche komponiert.

Seine beeindruckende Wirkung entfaltet das Werk durch die stereophone Anlage der beiden vierstimmigen Chöre und der be iden Orchester mit Flöten, Oboen, Streichern und Orgel. Dazu verwendet Bach im 1. Teil einen Kinderchor sowie insgesamt 7 Solostimmen. Die erzählenden Texte werden vom Solotenor vorgetragen, dem „Evangelisten", der von der Continuo-Gruppe (Orgel, Bass und Cello) mit knappen Akkorden begleitet wird. Die wörtliche Rede des Judas, Petrus und Pilatus wird einer Bassstimme übertragen. Die Personengruppen werden von den Chören dargestellt (die Jünger, die Kriegsknechte, das Volk, die Ältesten des Volks). In besonderer Weise werden die Worte Jesu behandelt: sie werden in den „Heiligenschein“ der begleitenden Streicher eingehüllt. Erst als Jesus in der Sterbeszene mit dem Ausruf „Eli, eli, lama asabthani! - Mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ den letzten Schritt der Menschwerdung vollzieht, setzen auch hier die Streicher aus.

Das Fortschreiten der Handlung wird immer wieder durch Solo- und Chorstücke kommentiert: Die eigene persönliche Betroffenheit wird in den Solo-Arien ausgedrückt, in den Chorstücken und Chorälen die Reaktion der gläubigen Christenheit, die letztendlich in der alles erlösenden Erkenntnis mündet: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“. Bach vertonte sie in einem einzigen - großen Bogen, die Erleuchtung der Menschen symbolisierend und unterschrieb mit seinem Namen in der Bassstimme, zahlensymbolisch verschlüsselt. Nicht umsonst wurde er der „5.Evangelist“ genannt.

Nach Bachs Tod gerieten seine Werke für die Öffentlichkeit weitgehend in Vergessenheit, nur die großen Komponisten wie z.B. Mozart studierten mit großer Achtung seine Kompositionen. So auch der junge Felix Mendelssohn-Bartholdy, der es dann wagte, die Matthäus-Passion 1829 in Berlin nach 100 Jahren zum ersten Mal wieder aufzuführen: Mit dieser Aufführung wurde Bach als Komponist wiederentdeckt und eine Renaissance seiner Werke eingeläutet.

Mendelssohn wagte nicht nur die Einstudierung mit den ca. 150 Sängern der Berliner Singakademie, sondern auch eine eigene Bearbeitung, bei der er einige Nummern wegließ und die Instrumentation der damaligen romantischen Spielweise anpasste. Seine Grundidee bei der Bearbeitung war es, einerseits eine inhaltlich-dramatische Konzentration auf den biblischen Text herzustellen und anderseits Emotionen im Sinne des romantischen Zeitalters zu betonen.

Um diesen zentralen Verdienst Mendelssohns zu würdigen und um gleichzeitig eine Konzertdauer von zweieinhalb Stunden statt den ursprünglichen gut dreieinhalb zu ermöglichen, hat der Wasserburger Bach-Chor die Kürzungen von Mendelssohn übernommen, nicht aber seine sonstigen Eingriffe in die Partitur. Schließlich schauen wir ja heutzutage auf eine seit Jahrzehnten gelebte Bach-Tradition zurück, durch die wir mit dem Instrumentarium und der barocken Spielweise doch recht vertraut sind.

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Wolfgang Amadeus Mozart  REQUIEM KV 626

Reise zum Chorfestival in der Toscana in Montecatini Terme 26. bis 30.März 2010

Konzert am Sonntag 28.März 2010, 21:00 Uhr

 
Anja Schwarze-Janka, Sopran
Katharina Gruber-Trenker, Alt
Richard Eschlbeck, Tenor
Martin Hörberg, Bass                               
Thomas Pfeiffer, Orgel
 
Wasserburger Bach-Chor
Leitung: Angelica Heder-Loosli
 
 

Johann Sebastian Bach  Konzert für 2 Violinen und Orchester BWV 1043

Allegro - Largo ma non tanto - Vivace

Wolfgang Amadeus Mozart  REQUIEM KV 626


Karfreitag, 2. April 2010, 20 Uhr im Wasserburger Rathaussaal

 
Anna Skouras, Laura Geisler, Solovioline
Anja Schwarze-Janka, Sopran
Katharina Gruber-Trenker, Alt
Richard Eschlbeck, Tenor
Martin Hörberg, Bass
 
Bach Collegium Wasserburg
Grassauer Blechbläser
 
Wasserburger Bach-Chor
Leitung: Angelica Heder-Loosli
 
 

Zu seinem 25-jährigen Jubiläum schenkt sich der Wasserburger Bach-Chor eine fünftägigeReise zu einem Chorfestival in Montecatini Terme, Nähe Florenz. 8 Chöre aus europäischen Ländern wie Polen, Österreich, Ungarn, Griechenland, Italien, Litauen und aus Deutschland kommen dort zusammen und bringen "ihre" Musik an drei Konzertabenden dar. <