Choraktivitäten


Wie schön: Bach-Chor singt wieder

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Allen Gesichtern steht die Wiedersehens-Freude ins Gesicht geschrieben: Endlich geht es wieder los beim Wasserburger Bach-Chor – gemeinsam! Da können auch die Abstandsregel von zwei Metern (unser aktuelles Foto) und die sonstigen, wichtigen Hygienemaßnahmen in Corona-Zeiten die Treffen nicht trüben. Um diese Proben zu ermöglichen hat der Wasserburger Bach-Chor mit seiner Leiterin Angelica Heder-Loosli extra den großen Saal der LandWirtschaft Staudham angemietet.

Neu ist auch die Situation, dass es im Moment kein Ziel gibt,da es noch unsicher ist, ob das geplante Weihnachtskonzert realisiert werden kann. So erlebt und genießt der Chor die neue Freiheit, einfach „just for fun“ zu singen. Ein buntes Potpourri an Chorliedern quer durch die Jahrhunderte bildete das „Programm“ des ersten Abends nach der großen Zwangspause.

Durch den großen Abstand hörte sich jeder Sänger gut und der Chorklang ist fein und sauber, auch dank der guten Akustik des Saales. Am Ende der Probe sprudeln Freude und Dankbarkeit aus allen im minutenlange Beifall heraus.


https://www.wasserburger-stimme.de/schlagzeilen/wie-schoen-bach-chor-singt-wieder/2020/07/03/

Artikel im OVB: 08.07.2020: https://www.ovb-online.de/rosenheim/wasserburg/bach-chor-trifft-sich-wieder-singen-grossen-saal-1382...



Wasserburger Bach-Chor: Gibt es noch eine Konzertchance in diesem Jahr?

Aktualisiert: 19.06.20 - 14:22 OVB
Der Bach-Chor, hier bei einer Probe vor der Corona-Pandemie, kann sein Jubiläum heuer vermutlich nicht feiern.
Der Bach-Chor, hier bei einer Probe vor der Corona-Pandemie, kann sein Jubiläum heuer vermutlich nicht feiern.
Er ist eine kulturelle Institution in Wasserburg: Der Bach-Chor steht für anspruchsvolle Konzerte mit hoher Qualität.. Heuer wäre eine ganze Reihe geplant gewesen. Doch daraus wird wohl nichts. Doch es gibt noch ein weiteres Problem.
 
Wasserburg – 2020 hätte der Wasserburger Bach-Chor sein 35-jähriges Bestehen gefeiert – unter anderem mit einer Reihe von Veranstaltungen. Corona hat diese Pläne durchkreuzt. Vielleicht gibt es im Jubiläumsjahr gar keine Konzertchance mehr.
Die Stadt gibt dem bekannten Chor einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 7000 Euro aus Mitteln der Anna-Klammer-Kulturstiftung – in der Hoffnung, dass die Konzerte bald nachgeholt werden können. Der Haupt- und Finanzausschuss befürwortete einstimmig die Bezuschussung.
Armin Sinzinger (Wasserburger Block) stellte zur Diskussion, ob der Betrag nicht erst 2021 ausgezahlt werden sollte, wenn zu vermuten sei, dass heuer keine Konzerte mehr stattfinden könnten. Zweiter Bürgermeister Werner Gartner (SPD) appellierte, „nicht umeinander zu eiern und in Pfennigfuchserei abzudriften“. Heike Maas (CSU) sprach von einem Zuschuss, der auch die Anerkennung der Stadt für die geleistete Arbeit ausdrücke, Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) von einer Förderung, die als Signal in schwierigen Zeiten an Kulturschaffende zu verstehen sei. Kämmerer Konrad Doser hofft außerdem, dass es im Herbst doch noch ein Konzert geben kann. duc
 Artikel OVB zum lesen und downloaden

 

 
Hier die Stellungnahmen einiger Chorsängerinnen und Chorsänger zur aktuellen Situation:
Kein Chorsingen in Corona-Zeiten
Seit drei Monaten können wir nicht mehr gemeinsam singen, und keine Änderung ist in Sicht! Das ist bitter. Ich finde, dass allein singen im Gegensatz zum allein Instrumente spielen nicht geht. Ich komme mir verloren vor, es klingt kümmerlich, die anderen Stimmen fehlen mir. Die Folge: meine Stimme rostet allmählich ein…
Genauso wichtig wie das Singen ist für mich die Gemeinschaft, die schon seit Jahrzehnten besteht und auf die ich jetzt schon so lange verzichten muss. Wir tauschen uns aus, wir lachen, wir teilen unser Leben. Jetzt im Sommer wäre unser Chorfest, zu dem wir alle beitragen um ausgelassen feiern zu können.
Am meisten bedaure ich unsere Chorleiterin, die den Chor vor 35 Jahren ins Leben gerufen hat und für die der Chor ein besonderes Herzensanliegen ist. Sie versorgt uns zwar jeden Montag rechtzeitig zur „virtuellen Probe“ mit Singmaterial (Noten, Hinweisen, Links auf Youtube) und sucht immer wieder neue Möglichkeiten des Miteinander (z.B. mit einem Video zum Einsingen), aber sie sorgt sich schon sehr um unsere Zukunft, wenn weiterhin die Proben wegbrechen. Man muss auch dazu sagen, dass wir schon ein Konzert im Mai absagen mussten, was jetzt auf September verschoben wurde, aber ob das stattfinden kann, wenn wir fast nicht proben können?
Also insgesamt ein trauriger, nur zweidimensionaler Zustand für unser Chorleben! Hoffentlich können wir uns bald wieder treffen, vielleicht zunächst in kleinen Gruppen, z.B. jeweils die einzelnen Stimmen.
E H, „gemeine“ Altstimme
 
Kein Chorgesang seit drei Monaten
Seit in einigen Fällen Chöre oder Kirchengesang als „Brandbeschleuniger für die Verbreitung von Covid-19“ ausgemacht wurden, liegt der Chorgesang darnieder. Sprechübungen mit “k!p!t!“ und eine deutliche Aussprache beim Singen produzieren Aerosole die das Virus, laut Virologen, im Sprühverfahren verbreiten. Für den Wasserburger Bach-Chor ist das lang ersehnte Jubiläumskonzert, das heuer zum 35jährigen Chorjubiläum mit der Innphilharmonie am 10. Mai erstmals im Rosenheimer Kuko hätte stattfinden sollen, ausgefallen.
Software gestützte Plattformen zum Üben nutzt zwar auch der Wasserburger Bach-Chor, aber abgesehen von dem Zusammengehörigkeitsgefühl, sich am Montagabend zur üblichen Zeit vor dem pc mit den anderen Chormitgliedern verbunden zu wissen, ist es kein Ersatz für eine Chorprobe. Chorsänger*innen müssen im Kreis ihrer Stimme sitzen, darin baden, sich gegenseitig, und einander, sowie aufeinander hören, der vielstimmige Gesang schüttet die Glückshormone aus. Das ist weder virtuell, noch im Probenraum, mit einer Distanz von einem Meter oder mehr zum Mitsänger, für 60 Personen herzustellen.
Wenn wenigstens Hoffnung bestünde, dass nach der Sommerpause die Proben für die Weihnachtskonzerte mit mehr Freude und Eifer denn je wieder aufgenommen werden können - aber bisher herrscht dazu Schweigen seitens der Fachleute. Es sieht so aus, als wären die vielen Chöre im Land die Allerletzten, die sich zur Pflege Ihres geliebten Hobbies wieder treffen dürfen. Das macht ratlos und traurig.
Roswitha Betz-Heindl, Altstimme Wasserburger Bach-Chor
 
Gedanken am Montagabend
Wieder ein Montagabend – eigentlich ist mein Platz um diese Zeit (19:30 bis 21:30 Uhr) immer in einem Saal, zusammen mit ca. 50 Leuten, die alle dasselbe wollen: singen, gemeinsam singen, proben für ein Konzert, sich freuen darauf … Aber dies ist der 13. Montagabend in diesem Jahr in Folge, wo das nicht so ist. Nun ja – da muss man halt vernünftig sein, man muss und will sich und andere schützen, wer möchte schon mit einer Beatmungsmaschine Bekanntschaft machen? Ja wie? Heißt das, dass es das war mit unserem Chor – für lange Zeit? Denn solange es keine Impfung und keine Medikamente gegen Covid-19 gibt … und das wird noch dauern … kein Gesang zusammen mit anderen. Da muss man jetzt ganz tapfer sein. Ja – ich weiß – die bösen Aerosole, die wir in Hülle (Mundschutz!) und Fülle produzieren, da kann man eben nichts machen. Und der erforderliche Abstand? Zirka 50 Sänger so verteilt, dass jeweils zwei Meter zwischen ihnen liegen. Warum nicht auf dem Sportplatz proben? Haha – und außerdem – Chorgesang ist der vielleicht systemrelevant? Was ist da Schützenswertes dran? Der hat doch wirtschaftlich keine Bedeutung, die paar Kröten für die Chorleiterin vielleicht und der Genuss von Getränken nach der Chorprobe – ja, der Wirt wird uns wohl schon vermissen. Wir Sänger singen ja – quasi – um Gottes Lohn, wenn wir aber ein Orchester brauchen, da wird es kritisch für einige. Kein Konzert, kein Eintritt, keine Bezahlung. Vielleicht gibt es immerhin einige Menschen, die schon darauf warten, wieder Eintrittskarten für unsere Konzerte bezahlen zu dürfen? Weil es ihnen nämlich Freude macht, uns zuzuhören – so wie es uns Freude machen würde, für sie zu singen. Ja – Moment mal – Freude zu haben und Freude zu machen, das soll doch gesund sein, das soll glücklich machen, das soll helfen, gesund zu bleiben. Sind wir also doch systemrelevant? Los, los – wann ist die nächste Probe!! Wir sollten schon längst wieder begonnen haben... Die Hoffnung stirbt zuletzt ...
Dorothee S., langjährige Chorsängerin
 
Chorsingen in Corona-Zeiten
Viele Jahre lang hieß es jeden Montag: Heute ist Chorprobe. Dann plötzlich im März: Wir müssen vorerst eine Pause machen, wegen des „neuartigen Virus“. Ja gut, dann ist jetzt Pause, und irgendwann geht es wieder weiter. Dann aber erst so richtig und mit neuem Schwung!
Nach mehreren Wochen kommen die Fragen: Was ist mit dem Konzert im Mai? Vermutlich zu früh. Und das internationale Treffen der Bach-Chöre in Leipzig im Juni? Vielleicht doch eine Chance. Aber das Konzert im September doch eher schon? Und das Weihnachtsoratorium Ende Dezember ganz sicher! Oder?
Dann wird das Ganze langsam irgendwie lähmend: Das Virus hat uns im Griff: Ja, wir gehen weiter zum Einkaufen, zwar mit Maske, machen auch wieder Ausflüge, treffen sogar Verwandte – mit Abstand, aber irgendwo sind wir allein, auch mit Familie. Die Sängerin und der Sänger vermissen am Montag die Fahrt zur Probe, das fröhliche Zusammentreffen mit all den Anderen im Probenraum. Sie vermissen vor allem die vielen schönen Momente beim Singen, wenn sich der vielstimmige Wohlklang aufbaut, der Chor in weichem Piano oder donnerndem Forte „sotto voce“ singt – dem Himmel ein kleines Stück näher. Auch der kurze Ratsch nach der Probe oder die Einkehr beim Italiener fehlt uns allen sehr!
Was tun in dieser Situation? Es dürften nur ganz wenige sein, denen es gelingt, sich in die „radikale Akzeptanz“ (Eckhart von Hirschhausen) zu begeben und zu sagen: Hilft ja eh nichts, also denke ich möglichst nicht daran, irgendwann wird alles wieder so, wie es war. Aber die Mehrheit beobachtet, wie die Biergärten, die Gasthäuser, jetzt auch die Schwimmbäder öffnen dürfen. Neuerdings können auch Instrumentalisten wieder proben, die Streicher mit Mundschutz, die Bläser auf der großen Wiese. Nur beim Chorsingen heißt es immer wieder: „Das gefährlichste Hobby der Welt“ – solange Corona nicht verschwunden ist. Es ist tatsächlich so, dass ausgerechnet beim Singen die Aerosole sich am weitesten ausbreiten, sogar mit Mund- und Nasenschutz.
Es gibt auch Versuche mit irgendwelchen Hilfsmitteln. Chorsingen am PC im stillen Kämmerlein – technisch sehr schwierig, da überhaupt einen Chorklang zu vernehmen. Und frustrierend, weil ja das Wichtigste fehlt: das „analoge“ Klangerlebnis im Probenraum, das wir mit allen (!) Sinnen erleben und genießen. Und dann, genauso wichtig: das Agieren in der Gemeinschaft, wieder als sinnliches Erlebnis.
Meiner Meinung nach bleibt uns Sängerinnen und Sängern nur ein Ausweg aus diesem Dilemma. Wir sollten uns abfinden mit der Zwangspause und froh sein, dass es sicher nur eine zeitlich begrenzte Unterbrechung sein wird. Wir können uns im Rückblick erfreuen an dem, was wir bisher erreicht haben, da gibt es viele schöne Konzert-Mitschnitte. Und es heißt, dass die Vorfreude die schönste Freude sei – auf erneutes gemeinsames Singen, wenn alles wieder „passt“. Bis dahin aber bitte keine Experimente!
Übrigens ist ja der Gesang nicht aus unserem täglichen Leben verschwunden: Es kann Zufall sein, aber ausgerechnet in diesem Sommer ist das Gezwitscher der Vögel in unserem Garten besonders schön und vielstimmig.
Waltraud Schuhbeck., Altstimme und Kassenwartin
 
Chorsänger, hier ein Hilferuf eines Tenoristen.
Ich will wieder im Chor singen, über die schrillen Soprane meckern, die Stoischen Bässe loben, die zu tiefen Altistinnen bedauern und uns Tenöre...., ja da fällt mir nix ein, ausser, dass alles passt, so wie immer. Die Corona-Auflagen und Gebote haben uns voll im Griff, nach jetzigem Stand keine Möglichkeit, unserer Leidenschaft nachzukommen.
Eine Leidenschaft, die Leiden schafft. Man wird, vorallem die Frau, immer unausgeglichener, ruheloser, auch gereizter,  da das Ventil der Musik fehlt, bei uns natürlich der Chorgesang. Unsere Chorleiterin Angelica ist zwar sehr bemüht, uns Abwechslung zu bieten, durch Gesangsübungen, Stimmproben in Livechats und anderen tollen Ideen.
Aber alleine, das ist es halt nicht.
Alle Konzerttermine wurden und werden zwangsläufig abgesagt oder verschoben.
Und die vielgepriesene Hoffnung, die lässt auf sich warten.
Klar, Sicherheitsbestimmungen sollen eingehalten werden, aber mit sinnvollen Lockerungen und eigenverantwortlichen Umgang dieser Situation sollte es doch möglich sein, Proben in kleineren Gruppen, wie bei Theater oder Kino, Kapellen oder kleine Orchester, abzuhalten.
Es heißt ja nicht umsonst, Musik, im Speziellen der Gesang und im Chor fördert das Immunsystem, die Psyche, das Gemeinschaftsdenken, generell das Soziale, somit die Gesundheit und das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.
Faktoren, bei denen ich es mir als Covid19 schon überlege, ob ich mich da heran traue.
Also, ich will, so wie viele Andere wieder gemeinschaftlich singen,  Lebensfreude zurück gewinnen und zeigen.
Ich habe gesprochen, durch Mundschutz und Abstand.
Der Tenorist Klaus
 
Von Elisabeth Linnerer, Sopranstimme 
Seit 20 Jahren singe ich mit Begeisterung im Wasserburger Bachchor, 
jeden Montag, egal was sonst noch wär, ziehe ich das Proben vor.
Und jetzt schon fast 3 Monate nichts, nichts.
Ich vermisse das Singen und die Gemeinschaft sehr,
allein proben und singen, fällt mir schwer.
 
Anbei ein paar Worte zur Chorsituation
Mein Leben ist derzeit ausgefüllt von Arbeiten, zu denen ich sonst nie so viel gekommen bin, auch zu Hause ist die Situation ganz neu. Wir sind in unserer kleinen Wohnung eng zusammen gerückt, da mein Lebenspartner im Homeoffice arbeitet. Das ist einesteils schön, andererseits schaffte es aber auch Spannungen. Da merke ich schon, daß das Singen ein besonderes Moment in meinem Leben ist, denn es hat immer dazu geführt, dass ich mit viel Kraft und Energie aus den Proben gegangen bin. Der Alltagsstreß war eindeutig beschwingter zu ertragen. Mir geht das gemeinsame Musizieren sehr ab und ich hoffe sehr, dass die neuen Lockerungen auch die Sänger betreffen, so dass es bald wieder möglich sein wird, gemeinsam schöne Werke einzustudieren, aufzuführen und auch miteinander gesellig sein zu können.
Eva S.

 

Aktueller Pressebericht Wasserburger Stimme.pdf

 

Bericht in den Tagesthemen

Außerordentliches BACHFEST KONZERT am Karfreitag

PASSION TROTZ(T) PANDEMIE /

Mit einer ungewöhnlichen Aufführung der Johannes-Passion versammelt das Bachfest Leipzig am Karfreitag die Welt in Johann Sebastian Bachs Thomaskirche – Die globale Bach-Community ist zum Mitsingen eingeladen

Die Aufführung einer Bach-Passion in der Woche vor Ostern ist vielerorts eine – teils über 100 Jahre alte – Tradition. Viele Menschen in der ganzen Welt betrachten es als ein unverzichtbares Ritual, während der Passionszeit Bachs Vertonungen der Leidensgeschichte Jesu zu hören oder selbst zu singen. Für sie alle bedeutet das flächendeckende Entfallen der Passions-Aufführungen aufgrund der COVID-19-Pandemie den ungewohnten Verzicht auf ein hochemotionales Ereignis im musikalischen Jahreskalender.

Das Bachfest Leipzig versammelt daher die gesamte Musikwelt in Bachs Thomaskirche und ermöglicht ihr eine aktive Teilnahme an einem einzigartigen Konzertprojekt: Am Karfreitag, dem 10. April, erklingt zur Todesstunde Jesu (15 Uhr) eine kammermusikalische Fassung von Johann Sebastian Bachs berühmter Johannes-Passion an dessen Grab, und die globale Bach-Community ist zum Mitsingen eingeladen.
 
Die Übertragung erfolgt im Livestream auf dem Facebook-Channel des Bach-Archivs. MDR KULTUR und MDR KLASSIK übertragen das besondere Konzert im Netz ab 15 Uhr im Video-Livestream, zusätzlich auf Facebook und zeitversetzt im Radio um 19 Uhr sowie um Mitternacht im MDR-Fernsehen. Im Anschluss ist das Konzert in der ARD Mediathek abrufbar. Auch auf ARTE Concert wird das Konzert übertragen.
 
Prominente Musiker u. a. aus Malaysia, Kanada, den USA, Österreich und den Niederlanden werden zugeschaltet.
Die Aufführung wird in Zusammenarbeit mit dem Mitteldeutschen Rundfunk realisiert und durch Spenden der Stiftung Chorherren zu St. Thomae und der Neuen Bachgesellschaft e. V. ermöglicht. Unterstützt wird sie durch die Partnerschaft mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen und weiteren Festivals, die das Konzert in ihren diesjährigen Programmen aufgrund der Pandemie nicht durchführen konnten und sich nun aktiv mit ihrem jeweiligen Publikum daran beteiligen: BACH – We are FAMILY!

Vor 296 Jahren, am Karfreitag des Jahres 1724, erklang Johann Sebastian Bachs ›Johannes-Passion‹ zum ersten Mal. Sie war das bis dato umfänglichste Werk des 1723 neu bestellten Leipziger Thomaskantors: Zwei Stunden lang folgte die Gemeinde dem musikalisch illustrierten Leiden Jesu Christi, und manch einer stimmte – gemeinsam mit dem Thomanerchor – in Bachs unsterbliche Choräle ein und zog daraus Kraft in schwierigen Zeiten. Bis heute finden Millionen Menschen weltweit Trost und Hoffnung im Musizieren und Hören dieser einzigartigen Musik.

Die Passionszeit 2020 ist überschattet von der Covid-19-Pandemie. Hunderte, vielleicht tausende Aufführungen von Bachs Passionen weltweit – seit fast zwei Jahrhunderten ein Ritual für Musikliebhaber – wurden aufgrund der überall geltenden Ausgangs-beschränkungen abgesagt. Um der globalen Bach-Community dennoch die aktive Mitwirkung an einer Bach-Passion zu ermöglichen, hatte der Intendant des Bachfestes Leipzig eine außergewöhnliche Idee: Die Aufführung einer kammermusikalischen Version des Werks, produziert vom PODIUM Esslingen, musiziert von wenigen Musikern direkt an Bachs Grab in der Leipziger Thomaskirche unter Mitwirkung des amtierenden Thomaskantors Gotthold Schwarz und kostenfrei gestreamt rund um den Erdball – um Bach-Chöre und Musikfreunde aus aller Welt zum Mitsingen der Choräle einzuladen.
 

Prof. Dr. Michael Maul, Intendant des Bachfestes Leipzig:

»Beim diesjährigen Bachfest im Juni wollten unter dem Motto „BACH – We are FAMILY!“ fast 50 Bach-Chöre von allen Kontinenten das größte Bach-Familienfest aller Zeiten in Leipzig feiern und auf vielfältige Weise miteinander musizieren. Wegen der Pandemie und den damit einhergehenden Grenzschließungen und Ausgangsbeschränkungen kann dies so nicht mehr stattfinden. Deshalb wollen wir mit dem Vorziehen dieser ganz besonderen Produktion der Johannes-Passion auf den Karfreitag – die ursprünglich am 13. Juni auf dem Leipziger Marktplatz mit 5.000 Mitsängern musiziert werden sollte – zumindest einmal die globale Bach-Familie virtuell zum gemeinsamen Singen bringen: zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich bin mir sicher: das wird für uns alle ein sehr bewegendes Ereignis werden.«

Die eigentliche Passions-Geschichte wird von nur drei Musikern vorgetragen.
Die Produktion des PODIUM Esslingen wurde 2019 als ›Innovativstes Konzert des Jahres‹ mit dem begehrten Opus Klassik ausgezeichnet. Der isländische Tenor Benedikt Kristjánsson erzählt darin die Leidensgeschichte Jesu auf der Basis von Bachs Passion, übernimmt dabei die Rolle des Evangelisten und aller handelnden Personen – und dirigiert zudem den virtuellen Chor: »Vor acht Jahren war ich zum ersten Mal in der Thomaskirche in Leipzig. Ich hatte einen Blumenstrauß in der Hand und Tränen in den Augen. Beides legte ich auf Bachs Grabplatte. Seit diesem Moment habe ich davon geträumt, in der Thomaskirche zu singen. Am kommenden Karfreitag geht ein Traum in Erfüllung, unter unfassbaren Umständen. Ich bin sehr dankbar und ich hoffe, dass Bach-Liebhaber auf der ganzen Welt mit mir singen werden.«

Cembalistin Elina Albach und Schlagzeuger Philipp Lamprecht übernehmen den Part des Orchesters, und für die Choräle werden – neben den fünf Sängern in der Thomaskirche um Thomaskantor Gotthold Schwarz – Künstler und Bach-Chöre, die zum Bachfest 2020 eingeladen sind, zugeschaltet. Zudem sollen alle Zuschauer daheim mitsingen. Dafür wird vom Bach-Archiv und dem Carus-Verlag ein digitales Programmheft mit Noten zum Download bereitgestellt. Prof. Dr. Michael Maul: »Schon jetzt haben so fantastische Bachfest-Künstler wie Ton Koopman, Klaus Mertens, Rudolf Lutz, Miriam Feuersinger, Martin Petzold, Mitglieder des THOMANERCHOR Leipzig und die Chöre des Bachfestes Malaysia, der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen und der Ottawa Bach Choir eingewilligt, dass sie aus ihren Wohnstuben in die Aufführung zugeschaltet werden. Ich danke allen Mitwirkenden, der Stiftung Chorherren zu St. Thomae, der Thomaskirche, der Neuen Bachgesellschaft und dem Mitteldeutsche Rundfunk für diese großartige Kooperation in schwierigen Zeiten. ›BACH – We are FAMILY!‹ – das gilt jetzt mehr denn je!«

Für David Chin, der mit den Musikern seines Bachfestes Malaysia einen Choral zur Aufführung beisteuern wird, ist die Aufführung ebenfalls von besonderer Bedeutung: »Die Musiker des Bachfestes Malaysia sind überaus dankbar, dass sie eingeladen wurden, an dieser besonderen Aufführung zur Zeit der Pandemie in Leipzig am Karfreitag virtuell mitzuwirken. Alle Choräle in Bachs Passionen haben einen sehr persönlichen reflektierenden Charakter. Derjenige, den wir singen dürfen (›O hilf, Christe, Gottes Sohn‹, BWV 245,65), passt auf besondere Weise zu der Situation, mit der die gesamte Menschheit momentan konfrontiert ist, denn der Choral beginnt mit einem Hilferuf an Christus. Das Stück erinnert uns daran, dass wir, obwohl arm und schwach, weiterhin Dank sagen werden und dem Willen Gottes unterworfen sind. Denn Jesus selbst hat alle Leiden für uns durchlebt.«

Auch Ton Koopman, Präsident des Bach-Archivs Leipzig und Träger der Bach-Medaille der Stadt Leipzig, ist begeistert: »Ich weiss, wie intensiv die Kollegen um Michael Maul in den letzten beiden Jahren an der Vorbereitung von ›BACH – We are FAMILY‹ gearbeitet haben. Wir alle haben das Bachfest herbeigesehnt. Mit Pilgern aus aller Welt wäre es wirklich herrliches ›Bach-Esperanto‹ geworden. Umso tröstlicher ist es, dass wir diese Idee nun am Karfreitag zumindest virtuell hörbar machen können. Und toll, dass ich 2020 so zumindest einmal in der Karwoche an der Aufführung einer Bach-Passion mitwirken kann!«

Mit der Aufführung soll zugleich ein Beitrag zur Unterstützung der vielen freischaffenden Musiker geleistet werden, die im kulturellen Bereich am stärksten von den Folgen der Pandemie betroffen sind. Sämtliche mitwirkenden Musiker sind Freischaffende. Zudem werden im Rahmen des Streams Spenden gesammelt. Diese werden in den kommenden Wochen und Monaten verwendet, um freischaffenden Musikern die Mitwirkung an unterschiedlichen musikalischen Darbietungen und Streaming-Formaten an Bachs Leipziger Wirkungsstätten zu ermöglichen.

www.bachfestleipzig.de
www.thomaskirche.org
www.chorherren.de
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Ein ehrenvoller Abend zum Ausklang des Jahres 2019 mit Vorschau auf das nächste Chorprojekt in 2020
 
Neue MitsängerInnen sind herzlich willkommen!
 
Die letzte Chorprobe am 16.12.2019 war vor allem dem Jahresausklang gewidmet, feierlich begangen mit einer Urkundenehrung langjähriger Chormitglieder. Diesen schönen Brauch gibt es seit 2018 und er zeigt, wie viel Beständigkeit diesen Chor trägt.
 
Ihre vielfältigen Köstlichkeiten präsentierten die Chormitglieder am anschließenden Büfett. Mit einem Gläschen Sekt oder Saft wurde auf das zu Ende gehende Jahr angestoßen, ein gelungenes "Chor-Jahr", wie alle fanden.
In der kurzen Chorprobe davor durften alle Anwesenden schon ein wenig in die Symphoniekantate „Der Lobgesang“ von Felix Mendelssohn Bartholdy rein hören und singen.
 
Nach der Aufführung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms ist dieses Werk zusammen mit doppelchörigen Motetten von Mendelssohn Bartohldy der Einstieg in das nächste Chorprojekt, das gemeinsam mit der Innphilharmonie Rosenheim im Mai 2020 aufgeführt wird. Diese erstmalige Zusammenarbeit ist anlässlich des kleinen Jubiläums „35 Jahre Wasserburger Bach-Chor“ unter der Leitung von Angelica Heder-Loosli ein ganz besonderes Ereignis.
 
Der Bach-Chor ist ein gewachsener, harmonischer Kreis von ca. 60 Singbegeisterten verschiedener Altersgruppen, die gelernt haben, musikalisch und menschlich aufeinander zu hören.
Junge oder jung gebliebene Chorsängerinnen und –sänger in den Stimmlagen Sopran, Tenor und Bass werden gerne aufgenommen. Ein guter Zeitpunkt zum Einsteigen ist der kommende Montag, 13.01.2020.
Die Proben sind immer montags von 19.30 h – 21:30 h im Mehrzweckraum der VHS im Bürgerhaus, Wasserburg, Salzburgerstrasse 19.
 
 

 

Fortbildung des Chorverbandes Region Münchener Osten e.V. im Bayersichen Sängerbund

CHORrekte Intonation

"CHORrektes Singen durch CHORrektes Hören"
am 30.03.2019 in Grafing
12 Mitglieder des Wasserburger Bach-Chores waren dabei, 10 Sängerinnen und ein Sänger zusammen mit ihrer Chorleiterin. Die Referentin Corinna Rösel, Voice-Coach, beeindruckte alle Teilnehmer - über 60 waren gekommen -  mit ihrer kompetenten, lebendigen und menschlichen Art.
Nach einer sehr interessanten und unterhaltsam dargebotenen theoretischen Einführung ließ sie alle an praktischen Beispielen die eigentlich natürliche Verbindung von Hören und Singen erfahren: es enstand in kürzester Zeit ein reiner, klangvoller, ausdrucksstarker Chorklang. Ein sehr beeindruckendes und inspirierendes Elebnis!
 
von links nach rechts: Corinna Rösel, Voice-Coach, die Teilnehmer des Wasserburger Bach-Chores, Martin Baumann, Fortbildungsreferent des Chorverbandes

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Bericht Wasserburger Stimme 20.12.2018 - ähnlicher Bericht im OVB 28.12.2018

Berührendes Ende eines großen Jahres

 
Foto: Edith Krieger-Gartner
 
Die letzte Chorprobe des Wasserburger Bach-Chores 2018 endete berührend – und zwar mit der erstmaligen Ehrung aller aktiven Sänger und Sängerinnen, die dem Chor seit 20 Jahren und länger treu sind. Dieser Höhepunkt der Weihnachtsfeier sorgte für Freude und auch für Stolz auf das Geleistete unter den Geehrten. Gerade die Mischung aus erfahrenen Bach-Chorsängern und immer wieder jungen Neuzugängen ist ein Garant für die steigende Qualität dieses großartigen Laienchores …
Die gewachsene Erfahrung auf dem Gebiet der sakralen Chorliteratur – in Verbindung mit der über 30-jährigen Leitung des Chores durch seine Gründerin Angelica Heder-Loosli (auf unserem Foto ganz vorne) – lassen auch in den kommenden Jahren die Erweiterung des Repertoires und weitere Konzerthöhepunkte erwarten!
 
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Wasserburger Stimme:
Eine gestärkte Gemeinschaft

Der Wasserburger Bach-Chor ist verreist: Ein weiterer Höhepunkt des Probenjahres neben der Aufführung des erarbeiteten Werkes ist stets zuvor das beliebte Chorwochenende.
Jeden Herbst fahren die Chorsänger in ein besonders schönes Tagungshaus. Für dieses Jahr wurde das erhabene Schloss Hirschberg gewählt, auf einer idyllischen Anhöhe im Altmühltal oberhalb von Beilngries gelegen.
 
Im hellen, mit Stuck und Fresken geschmückten „Rittersaal“ ließ es sich fürstlich proben, in entspannter und zugleich hoch konzentrierter Atmosphäre.
Auf dem abwechslungsreichen Programm standen die intensive Feinarbeit am Requiem von Mozart, das in einem Monat in Wasserburg und Rott aufgeführt wird,   und das Eintauchen in Bachs Matthäuspassion.

An den Abenden wurde das a-capella-Repertoire aufgefrischt und erweitert. Natürlich kamen Geselligkeit und Erholung nicht zu kurz, ob beim Schlummertrunk im Gewölbekeller oder den Spaziergängen im schönen Schlossgarten oder in der in goldenes Herbst-Licht getauchten Umgebung.

Mit vielen neuen Eindrücken, mit Fortschritten und „Fort-Sprüngen“ kehrten die Chormitglieder als gestärkte Gemeinschaft zurück. In Erinnerung bleiben berührende Momente und der innige Wunsch nach Frieden, durch Friedenslieder geweckt und ausgedrückt: DONA NOBIS PACEM.
 
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Erfahrungen aus der Chor-Werkstatt des Wasserburger Bach-Chores vom 13.Oktober 2018
 
Singen macht Spaß…
 
Die Chorsänger und -sängerinnen des Wasserburger Bach-Chores wissen das schon lange – mit der Chor-Werkstatt in der VHS am letzten Samstag konnten sich alle Interessierten davon überzeugen.
13 sangesfreudige Liebhaber der geistlichen Chormusik waren gekommen, um sich zwischen die erfahrenen Bach-Chor-Sänger zu setzen und einen Vormittag lang eine Chorprobe unter der Leitung von Angelica Heder-Loosli zu erleben. Es begann mit kurzweiligen Übungen, um die Stimme zu „wecken“ – dabei konnten alle erleben, dass die Stimme nicht nur in der Kehle sitzt, sondern der ganze Körper Einfluss auf ihren Klang hat. Ein 3-stimmiges Friedenslied beendete das Einsingen und führte zum Requiem von Mozart, einem Repertoire-Werk des Wasserburger Bach-Chores, das Ende November in Wasserburg und Rott aufgeführt wird.
Die Probenphasen lockerte Angelica Heder-Loosli mit Hintergrundinformationen zum Werk auf, das W.A. Mozart vor seinem Tod nicht mehr vollenden konnte. Sie zeigte auf, dass es verschiedene Fassungen gibt und begründete auch die Entscheidung für die bekannte Vervollständigung durch Franz Xaver Süßmayr, in der sensiblen Bearbeitung durch Franz Beyer.
Der erste Teil der Probe war mehr der Feinarbeit eines einfacheren vierstimmigen Satzes gewidmet, dabei wurde auf präzise Rhythmik, deutliche Textaussprache, Ausdruck und ausgewogenen Stimmklang geachtet.
Nach einer Pause wurde dann fast das ganze Werk mit wenig Unterbrechungen gesungen. Dabei konnten alle die Begeisterung, die beim Singen eines Gesamtwerkes entsteht, direkt miterleben.
Die Resonanz auf diese neuartige Chor-Probenerfahrung war durchweg sehr positiv, es gab viele strahlende Gesichter, sowohl bei den „Schnupper-Sängern“ als auch bei den „alten Hasen“.
https://www.wasserburger-stimme.de/schlagzeilen/wie-schoen-bach-chor-singt-wieder/2020/07/03/