Die Chorleiterin Angelica Heder-Loosli

Angelica Heder-Loosli

Mit 14 Jahren hatte sie ein Schlüsselerlebnis, das ihre berufliche Laufbahn entscheidend prägen sollte: Sie durfte zum ersten Mal die Johannespassion von J.S. Bach mit dem Münchner Bach-Chor unter seinem Dirigenten Karl Richter erleben. Tief beeindruckt entstand für sie damals der innigste Wunsch, eines Tages dieses Werk in einem Chor zu singen. Als Chorsängerin wurde ihr dieser Wunsch einige Jahre später erfüllt. Dass sie die Johannespassion dreißig Jahre später sogar dirigieren würde, konnte sie damals freilich nicht ahnen.

Ein weiterer musikalischer Höhepunkt ihrer Schulzeit am musischen Gymnasium war die Schuloper der „Mann im Mond“ von Cesar Bresgen, bei der sie als „Prinzessin“ ihren ersten großen Auftritt hatte und mit 17 zum ersten Mal Gesangsunterricht erhielt..
Mit 18 Jahren wurde sie Mitglied im Münchner Motettenchor, bei dem sie acht Jahre lang die bedeutendsten Werke der Konzertchor-Literatur kennenlernte. Die Interpretationen des Chorleiters Hans-Rudolf Zöbeley haben sie tief geprägt: es war die dem Chorsänger alles abverlangende Darstellung der Einheit von Wort und Ton.

Nach dem Abitur absolvierte sie das Studium der Schulmusik an der Münchner Musikhochschule mit den Schwerpunkten Klavier, Gesang (bei Frau Prof. Gerdes), Chorleitung (bei Prof. Max Frey und Prof. Fritz Schieri), sowie Orchesterdirigieren.
Bereits während des Studiums übernahm sie den heimischen Kirchenchor, leitete während ihres siebenjährigen Schuldienstes am Gymnasium Chöre und Orchester.

Einige Jahre spielte sie im Wasserburger Kammerorchester als Cellistin mit. Von Orchestermitgliedern und dem Leiter Klaus Kaufmann ermutigt gründete sie 1985 im Alter von dreißig Jahren den Wasserburger Bach-Chor, 1991 dann das eigene Kammerorchester, das Bach-Collegium Wasserburg, das den Chor und die solisten bei seinen Konzerten begleitet.

Ihre Liebe zum Gesang führte sie zu verschiedenen Gesangs- und Stimmbildungslehrern, wie z.B. Jessica Cash. Sie trat auch bei verschiedenen Liederabenden und Kirchenkonzerten auf, gab aber letztlich der Proben- und Konzerttätigkeit mit dem Bach-Chor den Vorrang.

Von 1990 bis 2013 war sie Privat-Lehrerin für Gesang und gab in der VHS Wasserburg viele Jahren lang Kurse für Stimmbildung und gemeinschaftliches Singen.

Seit einigen Jahren ist sie auch in ihrer Praxis für ganzheitliche Therapie und Energiearbeit tätig und leitet zusammen mit ihrem Mann Thomas Loosli das Seminarhaus Herberge in Unteröd bei Evenhausen, Gemeinde Amerang.

Angelica Heder-Loosli
Angelica Heder-Loosli
Urkunde der Stiftung Buecher-Dieckmeyer

Ansprache anlässlich der Verleihung des Bücher-Dieckmeyer-Preises
Zur Pflege der Kirchenmusik in Bayern an Frau Angelica Heder-Loosli, Gründerin und Leiterin des Wasserburger Bach-Chores

Rathaus in Wasserburg am 22. November 2025, Sperrfrist: 22.11 .2025, 18:00 Uhr, es gilt das gesprochene Wort

Es spricht Dr.h.c. Sissy Thammer, Präsidentin der Stiftung Bücher -Dieckmeyer

Hohe Festversammlung, N. N., liebe Angelica Heder-Loosli, verehrte lngrid Maria Bücher,

ich habe heute die Ehre als Präsidentin der Bücher-Dieckmeyer-Stiftung, die Laudatio auf unsere Preisträgerin Angelica Heder-Loosli zu sprechen. Es ist mir nicht nur eine Ehre, es ist mir eine Freude und ein Vergnügen!
Worum geht es bei uns allen hier im Raum, bei lhnen, liebe Angelica Heder-Loosli bei unseren Sängerinnen und Sängern, N. N., bei uns vom Präsidium, liebe Claudia Willerding, lieber Jürgen Konzack, es geht um die Musik, die den Glauben atmet! Es geht um einen Teil der DNA unseres kulturellen Erbes, um eine reiche Tradition, geprägt durch Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Heinrich Schütz oder Wolfgang Amadeus Mozart.

Es geht um die Kunst, die durch stilistische Vielfalt lebendig bleibt. Die Bücher-Dieckmeyer-Stiftung in München spielt eine bedeutende Rolle für die Pflege und Förderung der Kirchenmusik in Bayern: Wir zeichnen regelmäßig Persönlichkeiten aus, die sich für das kirchenmusikalische Leben engagieren; wir drücken damit unsere Wertschätzung aus, und wir hoffen nicht nur, sondern wir wissen, dass dies eine tiefe persönliche und auch gesellschaftliche Bedeutung für unsere Preisträger und Preisträgerinnen hat.
Die Bücher-Dieckmeyer-Stiftung fördert Kirchenmusik als einen wichtigen Bestandteil des kirchlichen und kulturellen Lebens in Bayern. Zu den Aktivitäten der Stiftung gehören die Vergabe von Preisen an verdiente Persönlichkeiten, Ensembles und lnstitutionen, außerdem die Förderung von Nachwuchs und die Unterstützung kirchenmusikalischer Projekte. Die Stiftung erkennt ausdrücklich den hohen Wert der Musik für das spirituelle und kulturelle Leben, in dem wir herausragende Musiker würdigen und dadurch ihre Arbeit weiter ins öffentliche Bewusstsein bringen. Dieser Preis der Bücher-Dieckmeyer-Stiftung ist weit mehr als eine Urkunde oder ein Geldbetrag: Er ist eine gesellschaftliche und fachliche Anerkennung der Arbeit und des Engagements unserer Geehrten.

Möge dieser Preis, verehrte Angelica Heder-Loosli, lhr berufliches Netzwerk weiter stärken, lhre musikalische und pädagogische Arbeit bestätigen und Sie motivieren zu weiterer kreativer und fachlicher Arbeit. Sie sind für uns eine Botschafterin der kirchlichen Musik und lhres kulturellen Beitrags, Sie sind lnspiration für lhren Chor!

Warum betonte ich zu Beginn meiner Rede, dass es mir ein Vergnügen sei, heute zu sprechen?
lch konnte unsere Preisträgerin erst heute persönlich kennen lernen und musste mich also auf ein Echo zu ihrer Tätigkeit stützen. Es war ein gewaltiges Echo: Die Medien spiegeln das Bild einer ausgezeichneten Gesangspädagogin, einer Frau mit Leidenschaft und ganz besonderen Qualitäten, Menschen zu begeistern und – zu einem großartigen Klangkörper zusammen zu schmieden. Die Vita von Angelica Heder-Loosli beschreibt ihr frühes Engagement und ihre große Liebe zur Musik, sie beschreibt ihre reiche Erfahrung, – und ich erfuhr auch, dass sie mit ihrer ganzheitlichen Therapie- und Energiearbeit am Puls der Zeit ist. Und natürlich erlebte ich auch die Recherchen unseres Stiftungs-Vorstandes, der ja mit seinen beruflichen und künstlerischen Erfahrungen bestens aufgestellt ist.

Dieser Vorstand sucht seine Preisträgerinnen nach eingehenden Recherchen, der Vorstand sucht immer mit offenen Ohren, mit wachen Sinnen und vor allem weiten Herzen! Mit lhrer Musik, Angelica Heder-Loosli tragen Sie Freude, Sehnsucht und Dankbarkeit! Sie fängt uns auf, auch in diesen Tagen von Trauer, Zweifel, Krise, – und! Gleichzeitig führt uns lhre Musik hin zu Gemeinschaft, zu Hoffnung, zu neuer Kraft!

Die Kirchenmusik ist für Sie kein Selbstzweck, sondern die Kunst, mit der Gott allein die Ehre gehört, mit der wir Menschen durch Lob und Anbetung zur Freude finden. Mir gefällt das Wort: ,,Kirchenmusik ist die Stimme der Ewigkeit, die sich durch die Klänge der Menschheit ausdrückt“. Sie alle, liebe Sängerinnen und Sänger, gehen mit der Kirchenmusik in einen stillen Dialog zwischen dem Transzendenten und dem Tiefsten im Menschen.
,,Wenn Musik die Leiter zum Himmel ist, dann ist die Kirchenmusik der Aufzug!“ (Hermann Lahm).
Sie als Musikerlnnen und Sängerlnnen sind in der Lage, die Herzen der Zuhörer zu berühren und es ist wahrhaftig eine universelle Sprache!Wenn Sie, wie bei lhnen, ausgezeichnet dargeboten wird, bewegt sie alle in tiefster Seele. Wir sind in Zeiten großer gesellschaftlicher und kultureller Umbrüche. lhr aller Wirken und Engagement ist nötiger denn jel

Heute feiern wir Sie, verehrte Angelica Heder-Loosli. heute dürfen Sie Stolz zeigen, wir wissen, dass Sie dies im Bewusstsein der Pflichten tun, die aus einem solchen Preis enuachsen. Gott zur Ehre, unserer Gemeinschaft zur Ehre, unserer Heimat und Gesellschaft zu einem friedlichen und fruchtbaren Gedeihen!
Danke!