SOLI DEO GLORIA
Festliches Jubiläumskonzert
zum 40-jährigen Bestehen des
Wasserburger Bach-Chores
Samstag 22.
November 2025, 19 Uhr, Rathaussaal
Wasserburg

Unter dem Motto SOLI DEO
GLORIA präsentiert
der Bach-Chor
bekannte Jubel-Werke aus seinem
Repertoire, begleitet vom Bach-Collegium Wasserburg unter
der Leitung
von Angelica
Heder-Loosli. Auf dem
Programm stehen vertraute Stücke von Bach, Händel, Haydn,
Mendelssohn Bartholdy, Jenkins und Vivaldi. Auf abwechslungsreiche
und jeweils typische Art erklingt
darin der Lobpreis
Gottes. Die Moderation
übernimmt Stephan Ametsbichler. Außerdem
wird der Chorleiterin Angelica Heder-Loosli der Jahrespreis 2025 der
Stiftung Bücher-Dieckmeyer zur Pflege der Kirchenmusik in
Bayern verliehen.
SOLI
DEO GLORIA hat Johann Sebastian Bach unter viele seiner Werke
geschrieben, was bedeutet: Gott allein zur Ehre. Dieser Widmung
seines Namensgebers und geistigen Mentors folgt der Wasserburger
Bach-Chor seit nunmehr 40 Jahren und stellt sie in den Mittelpunkt
seines Jubiläumskonzertes. Die Konzertbesucher dürfen sich auf einen festlichen Abend freuen und zusammen mit den Chormitgliedern das 40 jährige Bestehen zu feiern.
„Wir sind eine Familie“: Jubiläum des Bach-Chors
Über das Festkonzert zum 40. Geburtstag im Wasserburger Rathaussaal

Glückliche Gesichter beim lang anhaltenden Applaus nach dem
gelungenen Jubiläumskonzert; Der Wasserburger Bach-Chor feiert sein
40-jähriges Jubiläum. Was bedeutet das ganz konkret? Dieser Klangkörper
hat trotz Corona seinen Zenit noch lange nicht überschritten, im
Gegenteil, in jugendlicher Frische präsentierten sich die
Sängerinnen und Sänger beim Festkonzert, die Stimmen schienen wie blank geputzt. Da ist viel Zukunft.
Doch was noch mehr zählt: Diese Ära wurde in vier Jahrzehnten geprägt
von einer einzigen Chorleiterin und Dirigentin, Angelica Heder-Loosli.
Welcher Präsident hat je
so lange regiert … Rücktrittsforderungen sind nicht zu vernehmen,
vielmehr sind Chorleiterin und Chor eine Symbiose. Angelica Heder-Loosli
beim Schlussapplaus zu
ihrer Crew gewandt: „Was wäre ich ohne euch?“, dann aber scherzhaft anfügend: „Was wärt ihr ohne mich?“

Die Dirigentin Angelica Heder-Loosli im Einklang mit dem Orchester.
„BACH – We are familiy“. So ist ein Beitrag in der famos gestalteten
Festschrift betitelt. Und tatsächlich war auch das Festkonzert bei allem
Glanz von familiärer
Intimität, ohne Zopf und steifes Zeremoniell. Man kennt ja zumindest von
Loriot, dass solche Veranstaltungen nicht selten peinsam entgleisen
können. Für lockere Frische sorgten schon die offiziellen Repräsentanten
in ihren Reden wie Bürgermeister Werner Gartner oder Landrat Otto
Lederer, die sehr persönliche und engagierte
Worte zum Lob des Jubilars fanden.
Das Sahnehäubchen an Wertschätzung war dann eine veritable Preisverleihung an die professionell arbeitende Chorleiterin Angelica
Heder-Loosli durch die Stiftung Bücher-Dieckmeyer, einer Institution,
der die „Pflege der Kirchenmusik in Bayern“ am Herzen liegt.
Die Präsidentin Dr. Sissy Thammer zitierte in ihrer
temperament- und humorvoll gehaltenen Laudatio den Spruch: „Wenn Musik
die Leiter zum Himmel ist, so ist Kirchenmusik der Aufzug.“
Ein witziges Bonmot, das vielleicht doch ein wenig modifiziert werden müsste …
Auch die Stifterin Ingrid-Maria Bücher kam noch zu Wort, erzählte ein wenig aus ihrer Familiengeschichte und bot interessante Hintergrund-Informationen.
Die Liste der bisherigen Preisträger ist beachtlich: Das beginnt 1995
mit dem Münchner Bach-Chor und endet vorerst bei Angelica Heder-Loosli.
Gratulation!

Der Chor und seine Chorleiterin erhielten von der Stifterin selbst den Kulturpreis 2025 der Stiftung Bücher-Dieckmeyer.
Kam die Musik zu kurz? Keinesfalls! Man hatte ein „Best of“-Programm
aus dem Repertoire entnommen, und da es diesmal zwar eine Festschrift
gab aber kein
Programmheft, ließ Moderator und Tenor Stephan Ametsbichler das Publikum nicht im Ungewissen über die gespielten Werke. Motto: Soli Deo Gloria. Also direkter „Aufzug zum Himmel“.
Bachs herrlich entspanntes „Gloria“ aus der A-Dur Messe versetzte die
Hörer sofort in Jubelstimmung. Klanglich besonders reizvoll, wie die
Flöten quasi auf dem Silbertablett die Singstimmen zum Leuchten
brachten.
Und man erlebte mit, wie die 63 Sängerinnen und Sänger nicht nur die
richtigen Noten trafen, sondern mit belebtem Gesichtsausdruck und klarer
Deklamation
den Tönen pralles Leben verliehen. Keine Frage, am Wasserburger
Bach-Collegium, bestehend aus lauter Profis, die zum Teil regelmäßig mit
von der Partie sind, braucht
man nicht zu mäkeln. Ob Continuo, Cello, Bläser – alle waren sie nicht
nur hilfreiche Stütze für den Chor, sondern gaben inspirierende Impulse
und rundeten das
ausgeglichene Klangbild ab.
Was durfte nicht fehlen: Georg Friedrich Händel mit einer Kostprobe
aus dem „Messias“, Felix Mendelssohn-Bartholdy mit einem Ausschnitt aus
der „Lobgesang
Siymphonie“ und Karl Jenkins mit einem raffiniert-samten-meditativen „Laudamus te“.
Dann kündigte der Moderator die nächste „Überraschung“ an, nämlich
die Pause. Wie dienstbare Geister hatten die Chormitglieder für das
leibliche Wohl der vielen Fans gesorgt, kleine selbstgemachte Snacks,
Sekt und Saft, wie es sich für eine zünftige Familienfeier gehört.
Abschließend dann das großartige „Gloria“ von Antonio Vivaldi. Die
Solostellen wurden mit weiblichen Kräften aus dem Chor bestückt, von der
Leiterin liebevoll als
„Vivaldi-Amseln“ benannt …
Tosender Beifall – ein Blumenmeer ergoss sich über die Mitwirkenden,
langsam erst leerte sich der Saal. Hoffte das Publikum auf Zugaben? Die
gibt’s dann im nächsten
Jahr 2026.
Walther Prokop
Fotos: Presse Bach-Chor / Christian Swoboda

Das Jubiläumskonzert in der stimmungsvollen Kulisse des historischen Rathaussaals …
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Auftritt von Incantiamo bei "Rosenheim singt"
am 24.05.2025 20:20 in der Erlöserkirche in Rosenheim

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Pressetext:
Wasserburger Bach-Chor startet ins Jubiläumsjahr mit der Aufführung der Johannespassion
von Johann Sebastian Bach
Konzert am Karfreitag, 18. April 2025 um 19 Uhr im Wasserburger Rathaussaal
Der
Evangelist Johannes wäre heute ein guter Drehbuchautor. Seine
Schilderungen der Passion Jesu beinhalten alles, was es für einen
guten dramatischen Film braucht: Verrat, Feigheit, Erpressung,
Gewalt, ein unfairer Prozess, ein wütender Mob und natürlich die
tragische Hauptfigur, welcher der Tod droht.
Dieser
Passionsbericht hat auch den Leipziger Thomaskantor J.S. Bach
inspiriert – und zwar zu einem seiner größten Werke, die
Johannespassion. Er braucht jedoch keine Leinwand, sondern er erweckt
mit seiner Musik sehr anschaulich und unmittelbar die Szenen vor dem
inneren Auge. Was wir heute als unübertroffenes Meisterwerk
bezeichnen, war für die Leipziger Obrigkeit zu krass. Man empfand
derartige Theatralik in einem Gottesdienst als völlig unpassend.
Doch Bach wollte nicht provozieren, im Gegenteil. Er gab sein Bestes,
um seine Zuhörenden das Berührende dieser Geschichte spüren zu
lassen.
Die
Darstellung der dramatischen Passionserzählung übernimmt Steffen
Kruse als Evangelist, Niklas Mallmann als Jesus. Beide Sänger
übernehmen auch die Arien, in denen die individuelle Menschen-Seele
das Geschehen ganz für sich persönlich reflektiert, sowie Roswitha
Schmelzl, Sopran und Dominika Hirschler, Alt.
Dem
Chor wächst in diesem geistlichen Drama eine Doppelrolle zu: zum
einen stellt er die aufgehetzte Menge der Juden dar, die den Tod des
unbequemen Aufrührers unbedingt durchsetzten will und sich dabei
hinter Recht und Ordnung scheinheilig versteckt - und zum anderen
verkörpert er die Gemeinschaft der betroffenen Gläubigen, die den
Leidensweg Jesu begleitet und ihn als den ureigensten begreift. Im
Mitteilen der Erkenntnisse bekennen sich die Menschen ganz zu ihrem
tiefen Glauben, der jeden einzelnen von allem Leid erlöst und ins
wahrhaftige Gottvertrauen führt.
So
ist es für alle Sängerinnen und Sänger, sowie das Bach-Collegium
Wasserburg unter der Leitung von Angelica Heder-Loosli eine
besonders ergreifende Herausforderung, die Zuhörer mit Bach´s
wunderbarer Musik auf diesen Weg mitzunehmen, mit all den oft
extremen Facetten der reichen Gefühlswelt des Mensch-Seins.
Facebook
https://www.instagram.com/p/DIrqRk5NOrL/
Samstag,
26. April
2025 OVB GESAMT
KULTUR
Bewegende
Johannes-Passion
Wasserburger
Bach-Chor
und
Bach-Collegium
Wasserburg
im Historischen Rathaussaal
von Elisabeth
Kirchner

Wasserburger Bach-Chor beim Schlusschoral "Ach, Herr, lass dein lieb Engelein"
Foto: Jürgen Schreyer
301
Jahre ist
es her:
Im
Karfreitagsgottesdienst 1724
erklang die
„Johannespassion“
von Johann
Sebastian
Bach zum
ersten Mal
in der
Leipziger
Nikolaikirche.
Doch nimmt
die Bildhaftigkeit der Musik bis heute
gefangen und vermag Trost
zu spenden.
Der
Wasserburger
Bach-Chor
unter
der
bewährten
Leitung
von
Angelica
Heder-Loosli führte anlässlich seines 40-jährigen Bestehens die
Johannes-Passion auf. Und so viel sei vorab verraten, auch im
Wasserburger Rathaussaal verfehlte das musikalisch gefasste
Glaubensbekenntnis nicht seine Wirkung. Auch
wenn
die
Zuhörer
die
Botschaft
nicht
nachwirken
ließen,
sondern sofort mit dem Verklingen des Schlussakkords Solisten, Chor
und
Orchester
lautstarken
Applaus
spendeten.
Dissonanzen
sorgen für
Spannung
Doch
der Reihe nach: Markante Dissonanzen läuten bekanntermaßen
im Vorspiel
der
Johannes-Passion musiktheatralische
Spannung
ein. Ein
kompositorischer
Griff Bachs,
dem sich
das
Bach-Collegium
Wasserburg
freudig,
aber gesetzt-getragen
widmete.
Überhaupt
hätte der
Eingangschor
wie auch
der ganze
erste Teil
mit seinen
ruhigen
Tempi und
seinen Fermaten
in den
Chorälen
durchaus
mehr
Dynamik
vertragen können.
Spannung
kam erst
auf in
den
nachfolgenden
Szenen bis
zum Tod
Jesu am
Kreuz. Der
Wasserburger
Bach-Chor
agierte diszipliniert und artikulierte
bestens.
Vor allem in den Teilen "Verhör und Geißelung" sowie "Verurteilung und Kreuzigung" schuf der Chor zusammen mit Orchester und Solisten musikalisch- dramatischen Hochgenuss. Das Bach-Collegium unter Konzertmeisterin Marija Hackl mit Mitwirkenden aus der Region und dem süddeutschen Raum erwaies sich durchgängig als präsenter Begleiter.
Die
obligaten Soli, insbesondere der Basso continuo, waren überzeugend.
Cellist
Raphael
Gütter und
Felix
Spreng an
der Orgel
waren weit
mehr als
nur die
Grundierung
des
rezitativischen Geschehens.
Eindrücklich,
wie Steffen Kruse seinem Evangelisten-Bericht den nötigen
dramatisch-vorwärtsdrängenden Impuls verlieh. Mit seiner
Tenor-Arie
„Erwäge…
in allen
Stücken
dem Himmel
gleiche…“
entführte
er in
himmlische
Sphären.
Sopranistin Roswitha Schmelzl bestach
mit Präsenz und Transparenz:
Mit der Arie
„Zerfließe,
mein Herze“
ließ sie
wahrlich
die Herzen
der Zuhörer
schmelzen. Bewegend auch, wie Altistin Dominika Hirschler
den Tod
Jesu
verkündete:
„Es ist
vollbracht“
war wohlfein natürlich dosiert. Niklas
Mallmann bewegte in der Partie des
Jesus und
trieb den
Chor als
Bass-Solist
bei „Eilt,
ihr angefochtenen
Seelen“ an. Tobias
Gründl, der kurzfristig für den erkrankten
Anian
Gambos
einsprang,
gab den
Pilatus:
Bildlich
sah man den
unentschlossenen Pilatus auf dem Richterstuhl, während das Volk
„weg, weg“ und die Kreuzigung Jesu forderte.
„Ich will dich
preisen
ewiglich“
Tiefen
Glauben und Zuversicht vermittelten die nachfolgenden ruhigen
Arien und
Rezitative,
gekrönt
vom von
allen
Mitwirkenden dargebotenen
finalen
Choral „Ich
will dich
preisen
ewiglich.“ Chapeau
für
Chorleiterin
und
Dirigentin
Angelica
Heder-Loosli,
die nur
mit Händen
und wenigen
Gesten
dirigierte.
Und doch
auch verstand, mit ausgebreiteten Armen
noch mehr Strahlkraft beim Chor
herauszukitzeln:
„Durch
das
Gefängnis,
Gottes
Sohn, muss
uns die Freiheit kommen.“ Ein
ergreifendes Finale, das eben nicht mit dem
Tod endet, sondern
im
Gottvertrauen.
Gepaart mit
Musik,
deren
Wirkung
noch lange
nachhallen soll, auch wenn das geneigte Wasserburger Publikum wohl
dieser Spannung nicht lange standhalten wollte.
Bewegende_Johannes-Passion OVB 26.04.25